Info-Nr.: 1311, Ressort "Soziales - Jugend - Gesundheit - Wohnen"
   
Verwaltung legt aktuellen Wohnungsmarktbericht vor
 

Der Verwaltungsvorstand nahm in seiner heutigen Sitzung den Bericht der Verwaltung zur Situation auf dem Wohnungsmarkt im Jahr 2009 zur Kenntnis. Er wird nun zur Beratung in die politischen Gremien weiter geleitet. Grundlage für die Datengewinnung und ihre Bewertung ist das komplexe Dortmunder Wohnungsmarkt-Beobachtungssystem, das in ähnlicher Form mittlerweile auch in vielen anderen Kommunen angewandt wird. 

Mit der kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung liegen der Kommunalpolitik, der Wohnungswirtschaft und anderen Akteuren des Wohnungsmarktes aktuelle und umfassende Informationen über den lokalen Wohnungsmarkt vor, die es ermöglichen, frühzeitig wohnungspolitische und -wirtschaftliche Entscheidungen treffen zu können. 

Die Krise auf den internationalen Finanz- und Immobilienmärkten hatte bereits in 2008 wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Wohnungsmärkte. Die aus der Finanzkrise resultierende Verunsicherung der Nachfrager scheint sich jedoch zu Gunsten der Immobilie als krisensichere Anlageform gewandelt zu haben. Die hohe Wertstabilität spricht für die Immobilie als Altersvorsorge. Dies wird durch das niedrige Zinsniveau unterstützt. Eigenkapital wird wieder - eventuell aus Angst vor einer Inflation - vermehrt in Sachwerten angelegt. Die auf den Markt kommenden Bestandsimmobilien stellen zunehmend ein Konkurrenzangebot zu den Neubauobjekten dar.

Die wichtigsten Ergebnisse und Trends aus Dortmund mit ausgewählten Daten und Fakten des Wohnungsmarktberichtes 2010 (für das Jahr 2009):

Steigende Bautätigkeit

Die Bautätigkeit in Dortmund belebte sich 2009 erfreulicherweise wieder deutlich. Es gab 884 Fertigstellungen (plus zirka 18 % im Vergleich zu 2008) und 1077 Genehmigungen (plus zirka 116 % im Vergleich zu 2008). Dortmund hebt sich damit klar von den rückläufigen Fertigstellungszahlen und lediglich leicht steigenden Genehmigungszahlen auf Landesebene ab. Die deutlich gestiegenen Baugenehmigungszahlen in Dortmund lassen Positives für die Wohnungsbautätigkeit der nächsten Jahre erwarten. 

Anstieg der Bautätigkeit bei Ein- und Zweifamilienhäusern

Das in den letzten Jahren rückläufige Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser scheint sich, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau, zu erholen. Die Fertigstellungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 12 % auf 440. Besonders signifikant ist der Anstieg bei den Baugenehmigungen mit zirka 93 % auf 507. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass das selbst genutzte Eigenheim in wirtschaftlich unruhigen Zeiten als Altersvorsorge und krisensichere Anlageform für Kaufinteressierte scheinbar an Bedeutung gewinnt.

Deutliche Belebung im Geschosswohnungsbau

Der Geschosswohnungsbau erholt sich von dem niedrigen Bautätigkeitsniveau der beiden Vorjahre. Die Fertigstellungen erhöhten sich um über 24 % auf 444 und die Genehmigungen sogar um rund 141 % auf 570. Neben der Schaffung von vielseitigen und innovativen Angeboten, die den Dortmunder Wohnungsmarkt für die Herausforderungen des demografischen Wandels rüsten, tragen die Turbulenzen in der Finanzwirtschaft zur Stärkung des Geschosswohnungsbaus bei. Die Nachfrage nach vermieteten Wohnungen und Häusern als stabile und inflationssichere Kapitalanlage ist tendenziell gestiegen.

Hohe Bedeutung der Bestandsimmobilien

Der Trend zum Erwerb von Bestandsimmobilien hält an, wobei die Motive der Käufer sehr vielschichtig sind. Sie reichen von Lagevorteilen über günstige Preise bis zu persönlichen Präferenzen. Das hohe Angebot an Bestandsimmobilien führt tendenziell zu leichten Preisrückgängen, die sich jedoch nicht gesamtstädtisch, sondern in Mikrolagen und in Abhängigkeit von Bau- und Ausstattungsqualitäten zeigen.

Stabile Immobilienpreise

Die Immobilienpreise sind in Dortmund in allen Segmenten grundsätzlich als stabil zu bezeichnen. Die breiten Preisspannen auf dem Dortmunder Immobilienmarkt bieten nach wie vor für unterschiedliche Einkommensschichten attraktive Angebote. 

Großzügiges Angebot an Wohnbauflächen

Ende 2009 standen stadtweit rund 130 Hektar Wohnbauflächen für rund 4000 Wohnungen in rechtsverbindlichen Bebauungsplänen zur Verfügung. Für weitere rund 4700 Wohnungen wurden Bebauungsplanverfahren eingeleitet.

Günstige Mieten 

Die stabilen Angebotsmieten von durchschnittlich 5,25 Euro pro Quadratmeter im Monat für Bestandswohnungen sichern das vergleichsweise günstige Mietniveau in Dortmund. Gut ein Drittel der Angebote entsprechen den Dortmunder Angemessenheitskriterien im Sinne des Sozialgesetzbuches II.

Leichter Bevölkerungsrückgang

Die Bevölkerung in Dortmund ist mit einem Minus von 3104 Personen leicht rückläufig. Dies ist überwiegend auf die Anfang 2009 durchgeführte Registerbereinigung zurückzuführen. Zum Stichtag 31.12.2009 lebten 581.308 Personen in Dortmund.

Konstante Anzahl an Privathaushalten

Die Zahl der in Dortmund existierenden Haushalte liegt mit rund 300.000 in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Die Ein- und Zwei-Personen-Haushalte machen zusammen rund 76 % aller Haushalte aus. Der Dortmunder Wohnungsmarkt muss für diese wachsende Gruppe vielschichtige Angebote in den unterschiedlichen Preissegmenten unterbreiten. 24 % der Haushalte bestehen aus drei und mehr Personen, mit erheblichem Anteil Familien.

Negative Wanderungsbilanz mit dem Umland

2009 belief sich das Nahwanderungssaldo der Stadt auf ein Minus von 132 Personen. Auffällig ist nach wie vor die negative Bilanz der 31- bis 45-Jährigen und der unter 17-Jährigen, oftmals junge Familien.

Mangelnde Investitionen seitens der neuen Wohnungsmarktakteure

Die Entwicklungen in den einzelnen Wohn- und Stadtquartieren, die in den letzten Jahren an internationale Finanzinvestoren veräußert wurden, sind als äußerst problematisch und besorgniserregend anzusehen. Häufig sind diese Quartiere auf Grund der unterbliebenen Investitionen durch einen sehr hohen Wohnungsleerstand, durch erhebliche Instandhaltungs- und Modernisierungsstaus hin bis zu schwerwiegenden Wohnungsmängeln gekennzeichnet. Negative Auswirkungen ergeben sich nicht nur für die dort lebenden Mieterinnen und Mieter, sondern auch für den Einzelhandel und für Eigentümer umliegender Gebäude. 
 
 
Städtischer Pressedienst, 06.07.2010 Wenn Sie diesen Text übernehmen möchten...
Kontakt: Anke Widow, Tel. 0231/ 50 - 2 21 35
 
 

 

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060710 PM VV Wohnungsmarktbericht 2010.doc
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