Verwaltung
legt aktuellen Wohnungsmarktbericht vor
Der Verwaltungsvorstand nahm
in seiner heutigen Sitzung den Bericht der Verwaltung zur Situation auf
dem Wohnungsmarkt im Jahr 2009 zur Kenntnis. Er wird nun zur Beratung in
die politischen Gremien weiter geleitet. Grundlage für die Datengewinnung
und ihre Bewertung ist das komplexe Dortmunder Wohnungsmarkt-Beobachtungssystem,
das in ähnlicher Form mittlerweile auch in vielen anderen Kommunen
angewandt wird.
Mit der kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung
liegen der Kommunalpolitik, der Wohnungswirtschaft und anderen Akteuren
des Wohnungsmarktes aktuelle und umfassende Informationen über den
lokalen Wohnungsmarkt vor, die es ermöglichen, frühzeitig wohnungspolitische
und -wirtschaftliche Entscheidungen treffen zu können.
Die Krise auf den internationalen
Finanz- und Immobilienmärkten hatte bereits in 2008 wesentlichen Einfluss
auf die Entwicklung der Wohnungsmärkte. Die aus der Finanzkrise resultierende
Verunsicherung der Nachfrager scheint sich jedoch zu Gunsten der Immobilie
als krisensichere Anlageform gewandelt zu haben. Die hohe Wertstabilität
spricht für die Immobilie als Altersvorsorge. Dies wird durch das
niedrige Zinsniveau unterstützt. Eigenkapital wird wieder - eventuell
aus Angst vor einer Inflation - vermehrt in Sachwerten angelegt. Die auf
den Markt kommenden Bestandsimmobilien stellen zunehmend ein Konkurrenzangebot
zu den Neubauobjekten dar.
Die wichtigsten Ergebnisse
und Trends aus Dortmund mit ausgewählten Daten und Fakten des Wohnungsmarktberichtes
2010 (für das Jahr 2009):
Steigende Bautätigkeit
Die Bautätigkeit in
Dortmund belebte sich 2009 erfreulicherweise wieder deutlich. Es gab 884
Fertigstellungen (plus zirka 18 % im Vergleich zu 2008) und 1077 Genehmigungen
(plus zirka 116 % im Vergleich zu 2008). Dortmund hebt sich damit klar
von den rückläufigen Fertigstellungszahlen und lediglich leicht
steigenden Genehmigungszahlen auf Landesebene ab. Die deutlich gestiegenen
Baugenehmigungszahlen in Dortmund lassen Positives für die Wohnungsbautätigkeit
der nächsten Jahre erwarten.
Anstieg der Bautätigkeit
bei Ein- und Zweifamilienhäusern
Das in den letzten Jahren
rückläufige Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser scheint
sich, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau, zu erholen. Die Fertigstellungen
stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 12 % auf 440. Besonders signifikant
ist der Anstieg bei den Baugenehmigungen mit zirka 93 % auf 507. Diese
Zahlen deuten darauf hin, dass das selbst genutzte Eigenheim in wirtschaftlich
unruhigen Zeiten als Altersvorsorge und krisensichere Anlageform für
Kaufinteressierte scheinbar an Bedeutung gewinnt.
Deutliche Belebung im
Geschosswohnungsbau
Der Geschosswohnungsbau erholt
sich von dem niedrigen Bautätigkeitsniveau der beiden Vorjahre. Die
Fertigstellungen erhöhten sich um über 24 % auf 444 und die Genehmigungen
sogar um rund 141 % auf 570. Neben der Schaffung von vielseitigen und innovativen
Angeboten, die den Dortmunder Wohnungsmarkt für die Herausforderungen
des demografischen Wandels rüsten, tragen die Turbulenzen in der Finanzwirtschaft
zur Stärkung des Geschosswohnungsbaus bei. Die Nachfrage nach vermieteten
Wohnungen und Häusern als stabile und inflationssichere Kapitalanlage
ist tendenziell gestiegen.
Hohe Bedeutung der Bestandsimmobilien
Der Trend zum Erwerb von
Bestandsimmobilien hält an, wobei die Motive der Käufer sehr
vielschichtig sind. Sie reichen von Lagevorteilen über günstige
Preise bis zu persönlichen Präferenzen. Das hohe Angebot an Bestandsimmobilien
führt tendenziell zu leichten Preisrückgängen, die sich
jedoch nicht gesamtstädtisch, sondern in Mikrolagen und in Abhängigkeit
von Bau- und Ausstattungsqualitäten zeigen.
Stabile Immobilienpreise
Die Immobilienpreise sind
in Dortmund in allen Segmenten grundsätzlich als stabil zu bezeichnen.
Die breiten Preisspannen auf dem Dortmunder Immobilienmarkt bieten nach
wie vor für unterschiedliche Einkommensschichten attraktive Angebote.
Großzügiges
Angebot an Wohnbauflächen
Ende 2009 standen stadtweit
rund 130 Hektar Wohnbauflächen für rund 4000 Wohnungen in rechtsverbindlichen
Bebauungsplänen zur Verfügung. Für weitere rund 4700 Wohnungen
wurden Bebauungsplanverfahren eingeleitet.
Günstige Mieten
Die stabilen Angebotsmieten
von durchschnittlich 5,25 Euro pro Quadratmeter im Monat für Bestandswohnungen
sichern das vergleichsweise günstige Mietniveau in Dortmund. Gut ein
Drittel der Angebote entsprechen den Dortmunder Angemessenheitskriterien
im Sinne des Sozialgesetzbuches II.
Leichter Bevölkerungsrückgang
Die Bevölkerung in Dortmund
ist mit einem Minus von 3104 Personen leicht rückläufig. Dies
ist überwiegend auf die Anfang 2009 durchgeführte Registerbereinigung
zurückzuführen. Zum Stichtag 31.12.2009 lebten 581.308 Personen
in Dortmund.
Konstante Anzahl an Privathaushalten
Die Zahl der in Dortmund
existierenden Haushalte liegt mit rund 300.000 in etwa auf dem Niveau der
Vorjahre. Die Ein- und Zwei-Personen-Haushalte machen zusammen rund 76
% aller Haushalte aus. Der Dortmunder Wohnungsmarkt muss für diese
wachsende Gruppe vielschichtige Angebote in den unterschiedlichen Preissegmenten
unterbreiten. 24 % der Haushalte bestehen aus drei und mehr Personen, mit
erheblichem Anteil Familien.
Negative Wanderungsbilanz
mit dem Umland
2009 belief sich das Nahwanderungssaldo
der Stadt auf ein Minus von 132 Personen. Auffällig ist nach wie vor
die negative Bilanz der 31- bis 45-Jährigen und der unter 17-Jährigen,
oftmals junge Familien.
Mangelnde Investitionen
seitens der neuen Wohnungsmarktakteure
Die Entwicklungen in den
einzelnen Wohn- und Stadtquartieren, die in den letzten Jahren an internationale
Finanzinvestoren veräußert wurden, sind als äußerst
problematisch und besorgniserregend anzusehen. Häufig sind diese Quartiere
auf Grund der unterbliebenen Investitionen durch einen sehr hohen Wohnungsleerstand,
durch erhebliche Instandhaltungs- und Modernisierungsstaus hin bis zu schwerwiegenden
Wohnungsmängeln gekennzeichnet. Negative Auswirkungen ergeben sich
nicht nur für die dort lebenden Mieterinnen und Mieter, sondern auch
für den Einzelhandel und für Eigentümer umliegender Gebäude.
Kontakt: Anke
Widow, Tel. 0231/ 50 - 2 21 35
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