PCB-Arbeitsgruppe
der Stadt hat Arbeit aufgenommen:
Blutuntersuchungen
laufen an - auch weitere Bodenproben geplant
Die am vergangenen Dienstag
vom Verwaltungsvorstand eingesetzte Arbeitsgruppe, die alle städtischen
Maßnahmen im Zusammenhang mit den PCB-Belastungen im Hafenbereich
koordinieren soll, hat heute unter der Leitung von Dr. Annette Düsterhaus,
Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes, ihre Arbeit aufgenommen.
Ihre vordringliche Aufgabe ist es, alle städtischerseits notwendigen
Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge, zur Ursachenermittlung und zur
Gefahrenbeseitigung in engem Kontakt mit allen beteiligten Akteuren sowie
den möglicherweise betroffenen Menschen auf den Weg zu bringen.
Im städtischen Gesundheitsamt
werden derzeit die logistischen Vorbereitungen für die angekündigten
Blutuntersuchungen getroffen. Die Untersuchung wird den Belegschaften der
Unternehmen im Hafengebiet, den Bewohnerinnen und Bewohnern der benachbarten
Wohngebiete sowie den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern der
umliegenden Anlagen kostenlos angeboten. Wer teilnehmen möchte, kann
sich unter der Rufnummer 0231/500 bei der Stadt Dortmund melden und informieren
lassen. Etwa 300 Anrufe sind bei der Hotline inzwischen eingegangen. Dr.
Annette Düsterhaus, die Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes,
weist noch einmal darauf hin, dass bei der Entscheidung, ob man sich untersuchen
lassen möchte oder nicht, berücksichtigt werden sollte, dass
es keine Therapiemöglichkeiten einer PCB-Anreicherung im menschlichen
Körper gibt. Auch die Entfernung des Wohn- oder Arbeitsortes zum Hafengebiet
sollte in die Entscheidung einfließen: Wer weiter entfernt wohnt
oder arbeitet, muss nach aktuellen Erkenntnissen nicht mit einer erhöhten
PCB-Belastung rechnen.
Blutuntersuchungen laufen
bereits für 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma ENVIO. Die
Ergebnisse werden in etwa drei Wochen erwartet.
In der nächsten Welle,
die am kommenden Montag, 31. Mai, startet, sind die etwa 300 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der vermutlich elf Firmen (die Zahl wird gerade noch einmal
überprüft) eingeladen, die als Untermieter auf dem Envio-Areal
tätig sind. Ebenfalls in diese Gruppe gehören Beschäftigte
von Leiharbeitsfirmen, die mindestens ein Jahr auf dem Gelände gearbeitet
haben. Mit den Geschäftsleitern dieser Firmen hat es am gestrigen
Mittwoch (26. Mai) ein erstes Gespräch gegeben, das am kommenden Mittwoch
fortgesetzt und vertieft wird.
Allen anderen Unternehmen
des Hafengebietes werden Untersuchungen angeboten, wenn die ersten Ergebnisse
vorliegen und bewertet werden können. Sie werden in den nächsten
Tagen angeschrieben und über den weiteren Fortgang informiert.
Am 7. Juni beginnen die Untersuchungen
für Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sowie Anwohnerinnen
und Anwohnern des Hafengebietes. 30 Termine sind inzwischen vereinbart.
Auf der Grundlage der bisher vorliegenden Befunde von Bodenproben und Graskulturen
und vorbehaltlich eventueller neuerer Belastungswerte gilt grundsätzlich
weiter die Einschätzung, dass dort keine Gefahren für die Gesundheit
zu erwarten sind. Wie bereits mitgeteilt, werden Kinder unter 14 Jahren
zunächst nicht untersucht, auch um ihnen die Belastungen der Blutentnahme
zu ersparen. Sollten bei ihren Eltern auffällige Werte festgestellt
werden, wird mit ihnen gemeinsam erörtert, ob eine nachträgliche
Untersuchung ihrer Kinder sinnvoll ist.
Erneute Bodenproben in
Kleingärten und Spielbereichen
Um zu prüfen, ob es
zu den bereits vorliegenden Werten Abweichungen gibt, wird das städtische
Umweltamt am kommenden Mittwoch, 2. Juni, erneut Bodenproben in den Kleingartenanlagen
und den Spielbereichen des Fredenbaumparks nehmen. Mit Vertreterinnen und
Vertretern der Kleingartenvereine findet heute ein weiteres Informationsgespräch
statt. Außerdem werden unbefestigte Flächen auf dem ENVIO-Gelände
beprobt.
Auch die Analyse der Bodenproben
nimmt zwei bis drei Wochen in Anspruch.
Auf dem Gelände von
ENVIO ist inzwischen die Reinigung der befestigten Bereiche durch einen
Spezialentsorger angelaufen. Das beim feuchten Wischen anfallende kontaminierte
Wasser wird aufgefangen und abgepumpt.
Dem Verwaltungsvorstand wird
die Arbeitsgruppe für dessen nächste Sitzung am 1. Juni einen
umfassenden Bericht vorlegen.
Der Arbeitsgruppe gehörten
heute Vertreter des Umweltamtes, des Gesundheitsamtes, der Wirtschaftsförderung,
der Sport- und Freizeitbetriebe, des Jugendamtes, der Bürgerdienste
und der Hafen AG an. Am nächsten Mittwoch, 2. Juni, wird man sich
unter Einbeziehung externer Akteure in erweitertem Kreis erneut zusammen
finden.
Kontakt: Udo
Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 47
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