Info-Nr.: 1063, Ressort "Stadtentwicklung - Hoch- und Tiefbau - Verkehr"
   
PCB-Arbeitsgruppe der Stadt hat Arbeit aufgenommen: 
Blutuntersuchungen laufen an - auch weitere Bodenproben geplant 
 

Die am vergangenen Dienstag vom Verwaltungsvorstand eingesetzte Arbeitsgruppe, die alle städtischen Maßnahmen im Zusammenhang mit den PCB-Belastungen im Hafenbereich koordinieren soll, hat heute unter der Leitung von Dr. Annette Düsterhaus, Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes, ihre Arbeit aufgenommen. Ihre vordringliche Aufgabe ist es, alle städtischerseits notwendigen Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge, zur Ursachenermittlung und zur Gefahrenbeseitigung in engem Kontakt mit allen beteiligten Akteuren sowie den möglicherweise betroffenen Menschen auf den Weg zu bringen. 

Im städtischen Gesundheitsamt werden derzeit die logistischen Vorbereitungen für die angekündigten Blutuntersuchungen getroffen. Die Untersuchung wird den Belegschaften der Unternehmen im Hafengebiet, den Bewohnerinnen und Bewohnern der benachbarten Wohngebiete sowie den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern der umliegenden Anlagen kostenlos angeboten. Wer teilnehmen möchte, kann sich unter der Rufnummer 0231/500 bei der Stadt Dortmund melden und informieren lassen. Etwa 300 Anrufe sind bei der Hotline inzwischen eingegangen. Dr. Annette Düsterhaus, die Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes, weist noch einmal darauf hin, dass bei der Entscheidung, ob man sich untersuchen lassen möchte oder nicht, berücksichtigt werden sollte, dass es keine Therapiemöglichkeiten einer PCB-Anreicherung im menschlichen Körper gibt. Auch die Entfernung des Wohn- oder Arbeitsortes zum Hafengebiet sollte in die Entscheidung einfließen: Wer weiter entfernt wohnt oder arbeitet, muss nach aktuellen Erkenntnissen nicht mit einer erhöhten PCB-Belastung rechnen.

Blutuntersuchungen laufen bereits für 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma ENVIO. Die Ergebnisse werden in etwa drei Wochen erwartet. 

In der nächsten Welle, die am kommenden Montag, 31. Mai, startet, sind die etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vermutlich elf Firmen (die Zahl wird gerade noch einmal überprüft) eingeladen, die als Untermieter auf dem Envio-Areal tätig sind. Ebenfalls in diese Gruppe gehören Beschäftigte von Leiharbeitsfirmen, die mindestens ein Jahr auf dem Gelände gearbeitet haben. Mit den Geschäftsleitern dieser Firmen hat es am gestrigen Mittwoch (26. Mai) ein erstes Gespräch gegeben, das am kommenden Mittwoch fortgesetzt und vertieft wird. 

Allen anderen Unternehmen des Hafengebietes werden Untersuchungen angeboten, wenn die ersten Ergebnisse vorliegen und bewertet werden können. Sie werden in den nächsten Tagen angeschrieben und über den weiteren Fortgang informiert. 

Am 7. Juni beginnen die Untersuchungen für Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sowie Anwohnerinnen und Anwohnern des Hafengebietes. 30 Termine sind inzwischen vereinbart. Auf der Grundlage der bisher vorliegenden Befunde von Bodenproben und Graskulturen und vorbehaltlich eventueller neuerer Belastungswerte gilt grundsätzlich weiter die Einschätzung, dass dort keine Gefahren für die Gesundheit zu erwarten sind. Wie bereits mitgeteilt, werden Kinder unter 14 Jahren zunächst nicht untersucht, auch um ihnen die Belastungen der Blutentnahme zu ersparen. Sollten bei ihren Eltern auffällige Werte festgestellt werden, wird mit ihnen gemeinsam erörtert, ob eine nachträgliche Untersuchung ihrer Kinder sinnvoll ist.

Erneute Bodenproben in Kleingärten und Spielbereichen

Um zu prüfen, ob es zu den bereits vorliegenden Werten Abweichungen gibt, wird das städtische Umweltamt am kommenden Mittwoch, 2. Juni, erneut Bodenproben in den Kleingartenanlagen und den Spielbereichen des Fredenbaumparks nehmen. Mit Vertreterinnen und Vertretern der Kleingartenvereine findet heute ein weiteres Informationsgespräch statt. Außerdem werden unbefestigte Flächen auf dem ENVIO-Gelände beprobt. 

Auch die Analyse der Bodenproben nimmt zwei bis drei Wochen in Anspruch. 

Auf dem Gelände von ENVIO ist inzwischen die Reinigung der befestigten Bereiche durch einen Spezialentsorger angelaufen. Das beim feuchten Wischen anfallende kontaminierte Wasser wird aufgefangen und abgepumpt. 

Dem Verwaltungsvorstand wird die Arbeitsgruppe für dessen nächste Sitzung am 1. Juni einen umfassenden Bericht vorlegen. 

Der Arbeitsgruppe gehörten heute Vertreter des Umweltamtes, des Gesundheitsamtes, der Wirtschaftsförderung, der Sport- und Freizeitbetriebe, des Jugendamtes, der Bürgerdienste und der Hafen AG an. Am nächsten Mittwoch, 2. Juni, wird man sich unter Einbeziehung externer Akteure in erweitertem Kreis erneut zusammen finden.
 
 
Städtischer Pressedienst, 27.05.2010 Wenn Sie diesen Text übernehmen möchten...
Kontakt: Udo Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 47
 
 

 

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