Info-Nr.: 410, Ressort "Soziales - Jugend - Gesundheit - Wohnen"
   
Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung über das FZW
 

Aufgrund der aktuellen Berichterstattung über das Freizeitzentrum West/FZW nehmen wir zu den dort angesprochenen Aspekten wie folgt Stellung:

Grundlage für die neue Betriebsstruktur im FZW

Mit Beschluss des Rates vom 26.06.2009 ist festgelegt, dass für das neue FZW eine gemeinnützige gGmbH und für den wirtschaftlichen Zweckbetrieb eine Betriebs GmbH mit den Gesellschaftern Stadt Dortmund und Arbeiterwohlfahrt gegründet werden sollte. 

Nach Gründung der gGmbH erhält diese einen jährlichen Zuschuss durch die Stadt Dortmund in Höhe von 292.000 Euro für die Förderung der Jugendkultur- und der Jugendsozialarbeit. Dieser Zuschuss ist derzeit noch nicht abrufbar, da die Gründung der Gesellschaft aufgrund zeitlicher Verzögerungen noch nicht erfolgt ist. Die entsprechenden Genehmigungsverfahren haben sich langwierig gestaltet, sodass die endgültige Umsetzung des Ratsbeschlusses noch aussteht. Die weiterführenden Verhandlungen zwischen den Kooperationspartnern Stadt Dortmund und Arbeiterwohlfahrt stehen daher vor einem Ergebnisabschluss, um bisherige Übergangsregelungen, die für den Betriebsanlauf getroffen werden mussten, alsbald abzulösen.

Mit erfolgter Gründung der gGmbH übernimmt diese die Zuständigkeit für die Jugendkulturförderung und alle weiteren gemeinnützigen Arbeitsfelder. Vor dem Hintergrund des bestehenden Ratsbeschlusses vom 26.06.09 ist eine Beteiligung des Vereins für unabhängige Kultur/VUK e.V. als Mitbetreiber nicht vorgesehen. Unabhängig davon werden zukünftig neue Kooperationsformen entwickelt.

Inhaltliche Arbeit im FZW

Die Förderung der Jugendkulturarbeit findet weiterhin im FZW statt, beispielsweise durch das neue Veranstaltungsformat „Rockstage“. Hier haben unter professionellen Bedingungen die jugendlichen Dortmunder Nachwuchsmusiker ein geeignetes Präsentationsforum gefunden. Gemeinsam mit dem Format „Lauscher“ bei dem es Lesungen mit und ohne musikalische Begleitung gibt, sind hier zwei neue, rein jugendorientierte Veranstaltungen von Jugendlichen für die eigene Altersgruppe eingeführt worden. Weiterhin werden nichtkommerzielle Veranstaltungen im Club zum Zweck der Jugendkulturförderung durchgeführt. 

Festzuhalten ist, dass das FZW schon in der Vergangenheit keine Einrichtung der klassischen Jugendarbeit im Sinne einer Jugendfreizeitstätte war, sondern durch seine langjährige Kulturarbeit eine weit über Dortmund hinaus anerkannte und etablierte Einrichtung der Jugend- und Popkulturarbeit ist. Um diesen Status weiter aufrecht zu erhalten, ist es auch zukünftig notwendig, eine finanzielle Förderung der Jugendkulturarbeit zu gewährleisten. Die Angebote des FZW führen dazu, die jugendkulturellen Aktivitäten gesamtstädtisch weiter zu entwickeln und neu zu beleben.

Hinzu kommt, dass mit der Gründung der gGmbH das FZW interessante Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche entwickeln und integrierte Arbeitsmarktprojekte durchführen wird. Erste Projekte und Maßnahmen sind hierfür angelaufen bzw. in Vorbereitung. 

Einbindung der lokalen Szene

Mit den in Dortmund ansässigen Musikmedien Visions und RockHard wurde eine lokale Präsentationsplattform für Veranstaltungen entwickelt. 

In Ergänzung zu den zahlreichen lokalen und internationalen „Clubacts“, die durch das FZW durchgeführt werden, bilden diese Veranstaltungen eine breite Basis für Jugendszenen, jugendliche Subkulturen und den nicht kommerziellen Bereich von Jugend- und Popkultur. Durch die vielfältigen Programmakzente aus unterschiedlichen Musikstilen wird wieder ein deutlich jüngeres Publikum im FZW erreicht. Der bisherige Besucherzuspruch zeigt, dass die Neuausrichtung des Programms auf dem richtigen Weg ist, auch wenn es an vielen Stellen noch weiter Optimierungsbedarf gibt. Für die Verhandlungen mit den Veranstaltungspartnern und die Organisation des Programms wurde ein freiberuflich tätiger Booker beauftragt.

Professionelle Veranstaltungen im FZW

Da das neue FZW an der Ritterstraße wesentlich mehr Möglichkeiten für Veranstaltungen bietet als in früheren Jahren, wurde von Anfang an auch darauf hin gearbeitet, die in NRW tätigen „örtlichen Veranstalter“ für das neue FZW als Veranstaltungspartner zu gewinnen. 

Zur Markteinführung am neuen Standort und um die neue Einrichtung in der Branche vorzustellen, wurde zunächst auf reine Mietkostenpauschalen verzichtet. Gleichwohl haben die Veranstalter für diese Testveranstaltungen im Anlaufprogramm alle Kosten für beispielsweise technisches Personal, Security-Personal, Catering etc. übernommen. Ebenso werden alle Werbungskosten von den jeweiligen Veranstaltern selbst getragen. Das finanzielle Risiko wird allein von den Veranstaltern getragen. Einen Verlustausgleich gibt es hierfür seitens der Stadt nicht.

Inzwischen werden für alle Neuverträge Mietkonditionen, wie für vergleichbare Clubshows in NRW, erhoben und von den Veranstaltern im FZW akzeptiert. 

Mit seiner Kapazität ist das FZW eindeutig ein Club. Es besteht aufgrund dieser Ausrichtung keine Konkurrenz zu größeren Veranstaltungshallen. Das FZW sieht sich gemäß seines Konzeptes als erfolgreiche Präsentationsplattform für Bands, die erst in den Folgejahren den Sprung in die großen Hallen schaffen können. 

Inzwischen ist das FZW durch seine hohe Besucher- und Veranstalterakzeptanz ein Standortgewinn für Dortmund und die gesamte Region. Gleichwohl ruft diese Tatsache auch Kritik aus Nachbarstädten hervor, die sich in unmittelbarer Clubkonkurrenz sehen. 
 
 
Städtischer Pressedienst, 03.03.2010 Wenn Sie diesen Text übernehmen möchten...
Kontakt: Anke Widow, Tel. 0231/ 50 - 2 21 35
 
 

 

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