Info-Nr.: 1348, Ressort "Soziales - Jugend - Gesundheit - Wohnen"
   
104 Firmenmitarbeiter erhielten persönliche Blutwerte: 
PCB-Konzentration bei fünf Personen umweltmedizinisch bedenklich 
 

104 Mitarbeiter, die bei Firmen auf dem Envio-Gelände arbeiten, haben heute (09.07.2010) ihre persönlichen Blutwerte und eine erste medizinische Beratung erhalten. Die schlechte Nachricht: In fünf Fällen liegt die PCB-Konzentration 

über den verschiedenen Referenzwerten und auch über einem vorläufigen ‚Gesundheitsrichtwert’, den die medizinische Expertenkommission für besonders empfindliche Bevölkerungsgruppen abgeleitet hat. 

Bei 99 Personen waren die Messwerte in einer Höhe, die nach heutigem medizinischen Wissensstand gesundheitliche Wirkungen nicht erwarten lässt: Bei 52 Personen davon waren die Messwerte unauffällig, bei 47 Personen fanden sich minimal bis leicht erhöhte Werte. Insgesamt liegen die Belastungen der jetzt untersuchten Beschäftigten deutlich unter denen der 30 Envio-Mitarbeiter. 

Die medizinische Expertenrunde um Prof. Michael Wilhelm (Ruhr-Uni Bochum) hatte am vergangen Mittwoch die von einem Erlanger Institut erhobenen Untersuchungsergebnisse analysiert und bewertet. Der Maximalwert der aktuellen Probencharge liegt für das niedrig-chlorierte PCB 28 bei 4,40 µg/l (zum Vergleich: für dieses PCB-Kongener war bei den Envio-Mitarbeitern der Spitzenwert von 255,74 µg/l ermittelt worden). Das sogenannte ‚95. Perzentil’ (95 Prozent der Fälle liegen unterhalb dieses Wertes) liegt für dasselbe Kongener jetzt bei 0,53 µg/l gegenüber 85,9 µg/l bei den Envio-Mitarbeitern. 

Interessant waren die Ergebnisse auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der Mitarbeiter. Die summierte Belastung für die PCBs 138, 153 und 180 hatte für die Envio-Belegschaft (95%-Wert) bei 82,7 µg/l gelegen. Für die Nachbarfirmen reicht sie jetzt von 3,62 µg/l für Bürokräfte über 4,81 µg/l für Produktionsmitarbeiter im Außenbereich bis zu 11,0 µg/l für die Produktion im Innenbereich. 

Die Medizinerrunde legte fest, dass alle Mitarbeiter, auch die mit nur leicht erhöhten Werten, die Möglichkeit einer langfristigen medizinischen Betreuung und Untersuchung erhalten sollen. Sie werden nun - Einverständnis vorausgesetzt - der Berufsgenossenschaft gemeldet, die die weitere Betreuung unter Begleitung eines wissenschaftlichen Expertenteams koordiniert. Kurzfristig können alle betroffenen Beschäftigten einen persönlichen Beratungstermin im Gesundheitsamt vereinbaren.
 
 
Städtischer Pressedienst, 09.07.2010 Wenn Sie diesen Text übernehmen möchten...
Kontakt: Udo Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 47
 
 

 

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