104
Firmenmitarbeiter erhielten persönliche Blutwerte:
PCB-Konzentration
bei fünf Personen umweltmedizinisch bedenklich
104 Mitarbeiter, die bei
Firmen auf dem Envio-Gelände arbeiten, haben heute (09.07.2010) ihre persönlichen
Blutwerte und eine erste medizinische Beratung erhalten. Die schlechte
Nachricht: In fünf Fällen liegt die PCB-Konzentration
über den verschiedenen Referenzwerten
und auch über einem vorläufigen ‚Gesundheitsrichtwert’, den die medizinische
Expertenkommission für besonders empfindliche Bevölkerungsgruppen abgeleitet
hat.
Bei 99 Personen waren die
Messwerte in einer Höhe, die nach heutigem medizinischen Wissensstand gesundheitliche
Wirkungen nicht erwarten lässt: Bei 52 Personen davon waren die Messwerte
unauffällig, bei 47 Personen fanden sich minimal bis leicht erhöhte Werte.
Insgesamt liegen die Belastungen der jetzt untersuchten Beschäftigten deutlich
unter denen der 30 Envio-Mitarbeiter.
Die medizinische Expertenrunde
um Prof. Michael Wilhelm (Ruhr-Uni Bochum) hatte am vergangen Mittwoch
die von einem Erlanger Institut erhobenen Untersuchungsergebnisse analysiert
und bewertet. Der Maximalwert der aktuellen Probencharge liegt für das
niedrig-chlorierte PCB 28 bei 4,40 µg/l (zum Vergleich: für dieses PCB-Kongener
war bei den Envio-Mitarbeitern der Spitzenwert von 255,74 µg/l ermittelt
worden). Das sogenannte ‚95. Perzentil’ (95 Prozent der Fälle liegen unterhalb
dieses Wertes) liegt für dasselbe Kongener jetzt bei 0,53 µg/l gegenüber
85,9 µg/l bei den Envio-Mitarbeitern.
Interessant waren die Ergebnisse
auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der Mitarbeiter.
Die summierte Belastung für die PCBs 138, 153 und 180 hatte für die Envio-Belegschaft
(95%-Wert) bei 82,7 µg/l gelegen. Für die Nachbarfirmen reicht sie jetzt
von 3,62 µg/l für Bürokräfte über 4,81 µg/l für Produktionsmitarbeiter
im Außenbereich bis zu 11,0 µg/l für die Produktion im Innenbereich.
Die Medizinerrunde legte
fest, dass alle Mitarbeiter, auch die mit nur leicht erhöhten Werten, die
Möglichkeit einer langfristigen medizinischen Betreuung und Untersuchung
erhalten sollen. Sie werden nun - Einverständnis vorausgesetzt - der Berufsgenossenschaft
gemeldet, die die weitere Betreuung unter Begleitung eines wissenschaftlichen
Expertenteams koordiniert. Kurzfristig können alle betroffenen Beschäftigten
einen persönlichen Beratungstermin im Gesundheitsamt vereinbaren.
Kontakt: Udo
Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 47
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