Info-Nr.: 61, Ressort "Umwelt - Grünflächen"
   
Keine PCB-Entwarnung im Dortmunder Hafen – mindestens zwei Verursacher
  

Gemeinsame Pressemitteilung der Bezirksregierung Arnsberg, des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz und der Stadt Dortmund

Die Belastung mit gesundheitsgefährdendem PCB im Gebiet des Dortmunder Hafens hält weiterhin an. Deshalb halten die Behörden auch die Empfehlung für die Bereiche der Kleingartenanlagen Hafenwiese, Westerholz und Hobertsburg weiterhin aufrecht, vorsorglich auf den Anbau und Verzehr von Grünkohl und Blattgemüse wie Spinat, Mangold, Endivie sowie Zucchini zu verzichten.

Die Suche nach den möglichen Quellen entwickelt sich wie eine mühsame Detektivarbeit – zeigt aber zwischenzeitlich erste Erfolge: Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) ist auf Grund der nun vorliegenden Messergebnisse an Pflanzen im Bereich des Dortmunder Hafens in der Lage, die Quellen der Umweltbelastung weiter einzugrenzen. Danach ist von mindestens zwei in Frage kommenden Verursachern auszugehen. Eine PCB-Quelle liegt im südwestlichen (Marxhafen/Südhafen), eine im nordöstlichen Bereich (nördlich Schäferstraße) des Hafengebietes. Zur konkreten Ermittlung der Verursacher werden die nächsten Messungen auf diese Bereiche konzentriert. 

Die Gehalte von PCB in den vom LANUV aufgestellten Graskulturen liegen im Hafengebiet bis zu 18-mal höher als an typischen Vergleichsstellen in Dortmund. Die Dioxin- und Furangehalte waren sogar bis zu 20-fach höher als an Dortmunder Vergleichsstellen. Auch die Inhaltsstoffe PCB und Dioxine/Furane im Staubniederschlag bestätigen die gefundenen Ergebnisse in den Graskulturen.

Die Stadt Dortmund wird in Abstimmung mit dem LANUV und der Bezirksregierung Arnsberg im Rahmen einer Bürgerversammlung kurzfristig über die aktuelle Entwicklung informieren.

Zum Hintergrund: Im Rahmen der landesweiten Untersuchung der Luftqualität in Nordrhein-Westfalen hatten sich an der Messstation Dortmund-Burgweg Hinweise auf einen Anstieg der PCB-Belastung im Bioindikator Grünkohl ergeben. Daraufhin wurden bereits im Jahr 2008 vom LANUV erste orientierende Untersuchungen an Nahrungspflanzen durchgeführt. In den Kleingartenanlagen Hafenwiese, Westerholz und Hobertsburg ergaben sich dabei deutlich erhöhte Gehalte von PCB in den Pflanzen. Die Anlage Hansa war als Vergleichsmesspunkt für die typische Belastung von Dortmund-Eving herangezogen worden – sie zeigte keine Auffälligkeiten.

Erste Einzelheiten wurden auf einer Bürgerversammlung der Stadt Dortmund am 27. Januar 2009 bekannt gegeben. Dabei wurden weitere Untersuchungen angekündigt – diese wurden durchgeführt.
Diese Untersuchungen umfassten die Überprüfung potenzieller PCB-Quellen zwischen dem Fredenbaumpark und der Mallinckrodtstraße sowie weitere Messungen in diesem Bereich. Bei den Betriebsüberprüfungen durch das Umweltamt der Stadt und der Bezirksregierung Arnsberg ergaben sich keine eindeutigen Hinweise auf mögliche PCB-Emittenten. Das LANUV exponierte aus diesem Grunde Graskulturen als Bioindikatoren im Hafengebiet und darüber hinaus im Bereich möglicher Quellen. Zusätzlich wurde an drei Standorten Staubniederschlag ermittelt. 
 
 
Städtischer Pressedienst, 12.01.2010 Wenn Sie diesen Text übernehmen möchten...
Kontakt: Hans-Joachim Skupsch, Tel. 0231/ 50 - 2 56 77
 
 

 

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12.1.10, PM PCB Belastung im Hafenbereich.doc