Keine
PCB-Entwarnung im Dortmunder Hafen – mindestens zwei Verursacher
Gemeinsame Pressemitteilung der
Bezirksregierung Arnsberg, des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
und der Stadt Dortmund
Die Belastung mit gesundheitsgefährdendem
PCB im Gebiet des Dortmunder Hafens hält weiterhin an. Deshalb halten
die Behörden auch die Empfehlung für die Bereiche der Kleingartenanlagen
Hafenwiese, Westerholz und Hobertsburg weiterhin aufrecht, vorsorglich
auf den Anbau und Verzehr von Grünkohl und Blattgemüse wie Spinat,
Mangold, Endivie sowie Zucchini zu verzichten.
Die Suche nach den möglichen
Quellen entwickelt sich wie eine mühsame Detektivarbeit – zeigt aber
zwischenzeitlich erste Erfolge: Das Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) ist auf Grund der nun vorliegenden
Messergebnisse an Pflanzen im Bereich des Dortmunder Hafens in der Lage,
die Quellen der Umweltbelastung weiter einzugrenzen. Danach ist von mindestens
zwei in Frage kommenden Verursachern auszugehen. Eine PCB-Quelle liegt
im südwestlichen (Marxhafen/Südhafen), eine im nordöstlichen
Bereich (nördlich Schäferstraße) des Hafengebietes. Zur
konkreten Ermittlung der Verursacher werden die nächsten Messungen
auf diese Bereiche konzentriert.
Die Gehalte von PCB in den
vom LANUV aufgestellten Graskulturen liegen im Hafengebiet bis zu 18-mal
höher als an typischen Vergleichsstellen in Dortmund. Die Dioxin-
und Furangehalte waren sogar bis zu 20-fach höher als an Dortmunder
Vergleichsstellen. Auch die Inhaltsstoffe PCB und Dioxine/Furane im Staubniederschlag
bestätigen die gefundenen Ergebnisse in den Graskulturen.
Die Stadt Dortmund wird in
Abstimmung mit dem LANUV und der Bezirksregierung Arnsberg im Rahmen einer
Bürgerversammlung kurzfristig über die aktuelle Entwicklung informieren.
Zum Hintergrund: Im Rahmen
der landesweiten Untersuchung der Luftqualität in Nordrhein-Westfalen
hatten sich an der Messstation Dortmund-Burgweg Hinweise auf einen Anstieg
der PCB-Belastung im Bioindikator Grünkohl ergeben. Daraufhin wurden
bereits im Jahr 2008 vom LANUV erste orientierende Untersuchungen an Nahrungspflanzen
durchgeführt. In den Kleingartenanlagen Hafenwiese, Westerholz und
Hobertsburg ergaben sich dabei deutlich erhöhte Gehalte von PCB in
den Pflanzen. Die Anlage Hansa war als Vergleichsmesspunkt für die
typische Belastung von Dortmund-Eving herangezogen worden – sie zeigte
keine Auffälligkeiten.
Erste Einzelheiten wurden
auf einer Bürgerversammlung der Stadt Dortmund am 27. Januar 2009
bekannt gegeben. Dabei wurden weitere Untersuchungen angekündigt –
diese wurden durchgeführt.
Diese Untersuchungen umfassten
die Überprüfung potenzieller PCB-Quellen zwischen dem Fredenbaumpark
und der Mallinckrodtstraße sowie weitere Messungen in diesem Bereich.
Bei den Betriebsüberprüfungen durch das Umweltamt der Stadt und
der Bezirksregierung Arnsberg ergaben sich keine eindeutigen Hinweise auf
mögliche PCB-Emittenten. Das LANUV exponierte aus diesem Grunde Graskulturen
als Bioindikatoren im Hafengebiet und darüber hinaus im Bereich möglicher
Quellen. Zusätzlich wurde an drei Standorten Staubniederschlag ermittelt.
Kontakt: Hans-Joachim
Skupsch, Tel. 0231/ 50 - 2 56 77
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