Masterplan
Wirtschaftsflächen 2010 sichert bedarfsgerechtes Flächenangebot
am Wirtschaftsstandort Dortmund
Der Masterplan Wirtschaftsflächen
2010 bildet aktuell das kurzfristig verfügbare Angebot sowie die Entwicklungspotenziale
der Stadt Dortmund ab. Er bezieht sich auf die im geltenden Flächennutzungsplan
dargestellten Industrie- und Gewerbegebiete sowie auf die Sondergebiete
für Technologie und Güterverkehr. Zudem stellt er die Flächensituation
in der Region dar und beschreibt die Projekte der Stadt Dortmund im Rahmen
interkommunaler Zusammenarbeit. Udo Mager, Geschäftsführer der
Wirtschaftsförderung Dortmund, stellte heute im Verwaltungsvorstand
den Masterplan Wirtschaftsflächen vor.
Der Masterplan Wirtschaftsflächen
gibt nicht nur einen umfassenden Überblick über die kurzfristig
verfügbaren, sondern auch über die mittel- bis langfristig zu
qualifizierenden Wirtschaftsflächen. „Unser Ziel ist es, den Bestandsunternehmen
bedarfsgerecht genügend Raum für die Erweiterung ihrer Betriebsstätten
zur Verfügung zu stellen und für Neuansiedlungen ideale Investitionsbedingungen
am Wirtschaftsstandort Dortmund anbieten zu können,“ so Udo Mager
über den Masterplan Wirtschaftsflächen 2010. Insgesamt ergeben
das kurzfristige Angebot und die mittel- und langfristig verfügbaren
Flächen 145 ha Industrie-, 108,5 ha Gewerbe-, Sondergebiet Güterverkehrszentrum
3 ha und 42 ha für Sondergebiet Technologie.
Kurzfristig verfügbare
Flächen
Insgesamt stehen kurzfristig
rund 87 ha Industriefläche zur Verfügung. Hiervon liegen
78 ha auf der Westfalenhütte.
Der Standort ist insbesondere für Logistikunternehmen attraktiv, weil
er zentral im Stadtgebiet liegt und gut an die B 236 angebunden ist. Die
Fläche südlich der Springorumstraße wird durch den Entwickler
bebaut und an große Logistikunternehmen vermietet. Alternativ können
sich dort auch produzierende Betriebe ansiedeln.
Kurzfristig sind 49 ha
Gewerbefläche verfügbar. Das quantitative Angebot an Gewerbeflächen
stellt sich global betrachtet zunächst als ausreichend dar. Bei einer
Betrachtung der tatsächlich verfügbaren Einzelgrundstücke
ergibt sich aber, dass beispielsweise keine Angebotsmöglichkeiten
bis 1.000 qm bestehen, und über 5.000 qm große Grundstücke
überwiegend in den Gewerbegebieten liegen, die kleinteiliger vermarktet
werden sollen.
In der Kategorie Sondergebiet
Güterverkehrszentrum stehen kurzfristig nur noch 3,2 ha
im Logistikpark Fürst Hardenberg zur Verfügung. Allerdings sind
für diese Nachfragen auch Areale mit Industrie-Ausweisung geeignet.
In der Kategorie Sondergebiet
Technologie können kurzfristig rund 30 ha überwiegend
in den Gebieten „Im weißen Feld“ (Brennaborstraße) und „PHOENIX
West“ angeboten werden. Dafür steht somit ein ausreichendes Flächenangebot
zur Verfügung
Mittel- und langfristig
verfügbare Flächen
Rund 77 ha Industrieflächen
und 109 ha Gewerbeflächen werden zunächst als mittel-
und langfristig verfügbar eingestuft.
Allerdings ergeben sich nach derzeitigen Sachständen Reduzierungen
in beiden Nutzungskategorien.
Für den Bereich Gewerbe
stehen etwa 50 ha für eine mittel- bis langfristige Entwicklung nicht
zur Verfügung, für eine industrielle Nutzung sind es etwa 19
ha. Die Gründe dafür sind z.B., dass die Eigentümer eigene
Interessen haben oder politische Beschlüsse einer Entwicklung entgegen
stehen. Somit sind für rund 69 ha die Entwicklungsmöglichkeiten
derzeit noch völlig offen und zeitlich nicht einzustufen. An Entwicklungsflächen
bleiben für Industrie 58 ha und für Gewerbe 59 ha.
In der Kategorie Sondergebiet
Technologie stehen mittel- bis langfristig 12,3 ha zur
Verfügung.
Wirtschaftsflächenverkäufe
In den Jahren 2001 bis 2009
wurden durch die Stadt und ihre Kooperationspartner Deutsche Bahn AG, Stadtkrone
Ost Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, NRW.URBAN GmbH & Co.
KG (ehem. LEG), RAG Montan Immobilien GmbH und ThyssenKrupp AG insgesamt
ca. 166 ha Wirtschaftsflächen veräußert. Die durchschnittlichen
Jahresumsätze für den Zeitraum 2001 bis 2009 betragen in den
Nutzungskategorien GI/GE 5,6 ha, SO-TECH 1,1 ha und SO GVZ 11,8 ha, wobei
in der letztgenannten Kategorie die Verkäufe an IKEA im Gebiet GVZ-Ellinghausen
erheblich sind. Der Verkauf an den Entwickler Garbe auf der Westfalenhütte
mit 45 ha ist nicht in die Berechnung eingegangen, weil hier erst zukünftig
für Nutzer Gebäude errichtet werden. „Die tatsächlich getätigten
Verkäufe können allerdings nicht als alleiniger Maßstab
für Entwicklungsszenarien gelten, weil dann die Nachfragesituation
unbeachtet bliebe,“ so Udo Mager.
Quantitative Wirtschaftsflächennachfrage
Die quantitative Auswertung
der Immobiliennachfragen bei der Wirtschaftsförderung gibt einen Überblick
darüber, wie unterschiedlich die Nachfrage in den Nutzungskategorien
Gewerbe (GE), Industrie (GI) und Sondergebiet Güterverkehrszentrum
(SO GVZ) ist. Im Zeitraum Januar 2007 bis Juni 2009 gingen 153 Anfragen
für Gebäudeflächen und 190 für Grundstücke bei
der Wirtschaftsförderung Dortmund ein. Nachfrage pro Jahr: 30 ha Gewerbefläche;
64 ha Industriefläche und 130 ha Sondergebiet GVZ.
Der durchschnittlichen Gewerbe-Jahresnachfrage
von 30 ha stehen die kurzfristig verfügbaren Angebotsflächen
von 49 ha gegenüber, was dem 1,6-fachen der Nachfrage entspricht.
Den Industrie-Nachfragen von 64 ha stehen 87 ha gegenüber, was dem
1,4-fachen entspricht. „Insofern bedient unser derzeitiges Angebot das
Nachfragevolumen von 1-2 Jahren. „Anlass genug, sich Gedanken über
die künftige Angebotssituation zu machen,“ so Mager.
Qualitative Wirtschaftsflächenanfragen
Neben den quantitativen Nachfragen
wird ebenfalls auch auf die Bedarfssituation von Unternehmen und Investoren
im Bereich der Wirtschaftsflächen eingegangen. Ein großer Teil
der Unternehmen, die Grundstücke erwerben, kommt aus Dortmund oder
hat bereits eine Niederlassung in der Stadt. Ein Teil der Unternehmen beabsichtigt
ihr Unternehmen zu erweitern, was auf dem bestehenden Gelände oft
nicht möglich ist. Hier kann es zu Verlagerungen ins südöstlich
und östlich gelegenen Umland kommen. Aufgrund oft genannter Anforderungen
verschiedener Nutzergruppen können folgende Standortfaktoren für
Gewerbeflächen angeführt werden: gute Lage; gute Autobahnanbindung;
gute Erreichbarkeit; Grundstückspreis; moderne Gewerbegebiete; ausreichend
und hochwertige Industriegebiete; schnelle Verfügbarkeit, Eigentumsverhältnisse
und Vornutzung sowie passende Grundstücksgrößen
Interkommunale und regionale
Zusammenarbeit
Die interkommunale Zusammenarbeit
stellt einen wichtigen Ansatzpunkt in der Gewerbeflächenentwicklung
dar, da ansiedlungswillige Unternehmen bei der Suche nach einem neuen Standort
häufig die gesamte Region und nicht unbedingt nur eine Kommune betrachten.
Die Stadt Dortmund steht diesen Konzepten sehr offen gegenüber und
befasst sich mit folgenden Projekten:
1. Teilnahme am interkommunalen
Gewerbegebiet „newPark“ positiver Ratsbeschluss vom 27.05.2010.
2. Der Bereich Groppenbruch
in Dortmund-Mengede ist im FNP als interkommunales Gewerbegebiet dargestellt.
Die 30 ha große Fläche sollte auf Dortmund und Lünen gleich
verteilt werden. Das Projekt wurde nach der Kommunalwahl 2004 nicht weiter
verfolgt.
3. Die Wirtschaftsförderung
beabsichtigt ferner, im Stadtbezirk Lütgendortmund die Fläche
„Werner Hellweg“ als Gewerbegebiet zu entwickeln. Ursprünglich war
eine Zusammenarbeit mit der Stadt Bochum geplant, die das Projekt vorerst
nicht weiter verfolgt.
4. Die Stadt Dortmund hat
am 06.01.2009 eine Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit zur
Vermittlung standortsuchender Unternehmen mit verschiedenen Städten
der Metropole Ruhr unterzeichnet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit bestehen
Möglichkeiten, ansiedlungswillige Firmen im Wirtschaftsraum „Metropole
Ruhr“ zu halten. Beteiligte Kommunen sind die Städte Essen, Bottrop,
Duisburg, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen
und Bochum.
5. Zusammenarbeit mit der
Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH. Im Juni 2009 wurde auf Grundlage
des Atlas Gewerbe- und Industriestandorte Ruhr (ruhrAGIS) die Studie „Wirtschaftsflächen
Ruhr 2009“, welche die wmr in Abstimmung mit den zusammengeschlossenen
Kreisen und Städten erarbeitet hat, fertig gestellt.
Maßnahmen zur langfristige
Sicherung von Wirtschaftsflächen
Um dem sich abzeichnenden
Mangel an verfügbaren Wirtschaftsflächen entgegen zu wirken,
ist sowohl die Entwicklung der im Flächennutzungsplan dargestellten
Potenzialflächen als auch für den langfristigen Bedarf die Neuausweisung
von gewerblichen Bauflächen erforderlich. Durch die gewachsenen Strukturen
des Nebeneinander von Wohnen, Arbeiten und Erholung wird zukünftig
die Darstellung neuer Industrieflächen erschwert. Im Rahmen dieses
Masterplanes Wirtschaftsflächen werden folgende Entwicklungen vorgeschlagen:
- die Bebauungspläne
für die Flächen Buddenacker und Groppenbruch in ihrer jeweiligen
Gesamtgröße gemäß FNP aufzustellen,
- planungsrechtlich das
Areal Osterschleppweg einschl. des Bereiches Asseln Süd als gewerbliche
Bauflächen zu entwickeln. Hierzu ist eine Änderung des Regional-
und Flächennutzungsplans erforderlich. Der FNP stellt für diesen
Bereich überwiegend Flächen für Landwirtschaft und Grün
dar.
- die Planverfahren der
Flächen Werner Hellweg und Burgholzstraße weiter zu betreiben
und die Erschließung vorzubereiten sowie die Entwicklung des Güterbahnhofes
Westfaliastraße zu begleiten,
- regionale Initiativen
wie die Beteiligung an der newPark Planungs- und Entwicklungsgesellschaft
mbH wahrzunehmen und
- das Engagement an interkommunalen
Projekten zu intensivieren.
Kontakt: Pascal
Ledune, Tel. 0231/ 50 - 2 92 00
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