Info-Nr.: 1099, Ressort "Wirtschaft - Liegenschaften"
   
Masterplan Wirtschaftsflächen 2010 sichert bedarfsgerechtes Flächenangebot am Wirtschaftsstandort Dortmund
 

Der Masterplan Wirtschaftsflächen 2010 bildet aktuell das kurzfristig verfügbare Angebot sowie die Entwicklungspotenziale der Stadt Dortmund ab. Er bezieht sich auf die im geltenden Flächennutzungsplan dargestellten Industrie- und Gewerbegebiete sowie auf die Sondergebiete für Technologie und Güterverkehr. Zudem stellt er die Flächensituation in der Region dar und beschreibt die Projekte der Stadt Dortmund im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit. Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, stellte heute im Verwaltungsvorstand den Masterplan Wirtschaftsflächen vor.

Der Masterplan Wirtschaftsflächen gibt nicht nur einen umfassenden Überblick über die kurzfristig verfügbaren, sondern auch über die mittel- bis langfristig zu qualifizierenden Wirtschaftsflächen. „Unser Ziel ist es, den Bestandsunternehmen bedarfsgerecht genügend Raum für die Erweiterung ihrer Betriebsstätten zur Verfügung zu stellen und für Neuansiedlungen ideale Investitionsbedingungen am Wirtschaftsstandort Dortmund anbieten zu können,“ so Udo Mager über den Masterplan Wirtschaftsflächen 2010. Insgesamt ergeben das kurzfristige Angebot und die mittel- und langfristig verfügbaren Flächen 145 ha Industrie-, 108,5 ha Gewerbe-, Sondergebiet Güterverkehrszentrum 3 ha und 42 ha für Sondergebiet Technologie. 

Kurzfristig verfügbare Flächen 

Insgesamt stehen kurzfristig rund 87 ha Industriefläche zur Verfügung. Hiervon liegen 

78 ha auf der Westfalenhütte. Der Standort ist insbesondere für Logistikunternehmen attraktiv, weil er zentral im Stadtgebiet liegt und gut an die B 236 angebunden ist. Die Fläche südlich der Springorumstraße wird durch den Entwickler bebaut und an große Logistikunternehmen vermietet. Alternativ können sich dort auch produzierende Betriebe ansiedeln. 

Kurzfristig sind 49 ha Gewerbefläche verfügbar. Das quantitative Angebot an Gewerbeflächen stellt sich global betrachtet zunächst als ausreichend dar. Bei einer Betrachtung der tatsächlich verfügbaren Einzelgrundstücke ergibt sich aber, dass beispielsweise keine Angebotsmöglichkeiten bis 1.000 qm bestehen, und über 5.000 qm große Grundstücke überwiegend in den Gewerbegebieten liegen, die kleinteiliger vermarktet werden sollen.

In der Kategorie Sondergebiet Güterverkehrszentrum stehen kurzfristig nur noch 3,2 ha im Logistikpark Fürst Hardenberg zur Verfügung. Allerdings sind für diese Nachfragen auch Areale mit Industrie-Ausweisung geeignet.

In der Kategorie Sondergebiet Technologie können kurzfristig rund 30 ha überwiegend in den Gebieten „Im weißen Feld“ (Brennaborstraße) und „PHOENIX West“ angeboten werden. Dafür steht somit ein ausreichendes Flächenangebot zur Verfügung

Mittel- und langfristig verfügbare Flächen 

Rund 77 ha Industrieflächen und 109 ha Gewerbeflächen werden zunächst als mittel- und langfristig verfügbar eingestuft. Allerdings ergeben sich nach derzeitigen Sachständen Reduzierungen in beiden Nutzungskategorien. 

Für den Bereich Gewerbe stehen etwa 50 ha für eine mittel- bis langfristige Entwicklung nicht zur Verfügung, für eine industrielle Nutzung sind es etwa 19 ha. Die Gründe dafür sind z.B., dass die Eigentümer eigene Interessen haben oder politische Beschlüsse einer Entwicklung entgegen stehen. Somit sind für rund 69 ha die Entwicklungsmöglichkeiten derzeit noch völlig offen und zeitlich nicht einzustufen. An Entwicklungsflächen bleiben für Industrie 58 ha und für Gewerbe 59 ha.

In der Kategorie Sondergebiet Technologie stehen mittel- bis langfristig 12,3 ha zur Verfügung.

Wirtschaftsflächenverkäufe

In den Jahren 2001 bis 2009 wurden durch die Stadt und ihre Kooperationspartner Deutsche Bahn AG, Stadtkrone Ost Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, NRW.URBAN GmbH & Co. KG (ehem. LEG), RAG Montan Immobilien GmbH und ThyssenKrupp AG insgesamt ca. 166 ha Wirtschaftsflächen veräußert. Die durchschnittlichen Jahresumsätze für den Zeitraum 2001 bis 2009 betragen in den Nutzungskategorien GI/GE 5,6 ha, SO-TECH 1,1 ha und SO GVZ 11,8 ha, wobei in der letztgenannten Kategorie die Verkäufe an IKEA im Gebiet GVZ-Ellinghausen erheblich sind. Der Verkauf an den Entwickler Garbe auf der Westfalenhütte mit 45 ha ist nicht in die Berechnung eingegangen, weil hier erst zukünftig für Nutzer Gebäude errichtet werden. „Die tatsächlich getätigten Verkäufe können allerdings nicht als alleiniger Maßstab für Entwicklungsszenarien gelten, weil dann die Nachfragesituation unbeachtet bliebe,“ so Udo Mager.

Quantitative Wirtschaftsflächennachfrage 

Die quantitative Auswertung der Immobiliennachfragen bei der Wirtschaftsförderung gibt einen Überblick darüber, wie unterschiedlich die Nachfrage in den Nutzungskategorien Gewerbe (GE), Industrie (GI) und Sondergebiet Güterverkehrszentrum (SO GVZ) ist. Im Zeitraum Januar 2007 bis Juni 2009 gingen 153 Anfragen für Gebäudeflächen und 190 für Grundstücke bei der Wirtschaftsförderung Dortmund ein. Nachfrage pro Jahr: 30 ha Gewerbefläche; 64 ha Industriefläche und 130 ha Sondergebiet GVZ.

Der durchschnittlichen Gewerbe-Jahresnachfrage von 30 ha stehen die kurzfristig verfügbaren Angebotsflächen von 49 ha gegenüber, was dem 1,6-fachen der Nachfrage entspricht. Den Industrie-Nachfragen von 64 ha stehen 87 ha gegenüber, was dem 1,4-fachen entspricht. „Insofern bedient unser derzeitiges Angebot das Nachfragevolumen von 1-2 Jahren. „Anlass genug, sich Gedanken über die künftige Angebotssituation zu machen,“ so Mager.

Qualitative Wirtschaftsflächenanfragen 

Neben den quantitativen Nachfragen wird ebenfalls auch auf die Bedarfssituation von Unternehmen und Investoren im Bereich der Wirtschaftsflächen eingegangen. Ein großer Teil der Unternehmen, die Grundstücke erwerben, kommt aus Dortmund oder hat bereits eine Niederlassung in der Stadt. Ein Teil der Unternehmen beabsichtigt ihr Unternehmen zu erweitern, was auf dem bestehenden Gelände oft nicht möglich ist. Hier kann es zu Verlagerungen ins südöstlich und östlich gelegenen Umland kommen. Aufgrund oft genannter Anforderungen verschiedener Nutzergruppen können folgende Standortfaktoren für Gewerbeflächen angeführt werden: gute Lage; gute Autobahnanbindung; gute Erreichbarkeit; Grundstückspreis; moderne Gewerbegebiete; ausreichend und hochwertige Industriegebiete; schnelle Verfügbarkeit, Eigentumsverhältnisse und Vornutzung sowie passende Grundstücksgrößen

Interkommunale und regionale Zusammenarbeit 

Die interkommunale Zusammenarbeit stellt einen wichtigen Ansatzpunkt in der Gewerbeflächenentwicklung dar, da ansiedlungswillige Unternehmen bei der Suche nach einem neuen Standort häufig die gesamte Region und nicht unbedingt nur eine Kommune betrachten. Die Stadt Dortmund steht diesen Konzepten sehr offen gegenüber und befasst sich mit folgenden Projekten:
1. Teilnahme am interkommunalen Gewerbegebiet „newPark“ positiver Ratsbeschluss vom 27.05.2010.
2. Der Bereich Groppenbruch in Dortmund-Mengede ist im FNP als interkommunales Gewerbegebiet dargestellt. Die 30 ha große Fläche sollte auf Dortmund und Lünen gleich verteilt werden. Das Projekt wurde nach der Kommunalwahl 2004 nicht weiter verfolgt.
3. Die Wirtschaftsförderung beabsichtigt ferner, im Stadtbezirk Lütgendortmund die Fläche „Werner Hellweg“ als Gewerbegebiet zu entwickeln. Ursprünglich war eine Zusammenarbeit mit der Stadt Bochum geplant, die das Projekt vorerst nicht weiter verfolgt.
4. Die Stadt Dortmund hat am 06.01.2009 eine Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit zur Vermittlung standortsuchender Unternehmen mit verschiedenen Städten der Metropole Ruhr unterzeichnet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit bestehen Möglichkeiten, ansiedlungswillige Firmen im Wirtschaftsraum „Metropole Ruhr“ zu halten. Beteiligte Kommunen sind die Städte Essen, Bottrop, Duisburg, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Bochum.
5. Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH. Im Juni 2009 wurde auf Grundlage des Atlas Gewerbe- und Industriestandorte Ruhr (ruhrAGIS) die Studie „Wirtschaftsflächen Ruhr 2009“, welche die wmr in Abstimmung mit den zusammengeschlossenen Kreisen und Städten erarbeitet hat, fertig gestellt. 

Maßnahmen zur langfristige Sicherung von Wirtschaftsflächen 

Um dem sich abzeichnenden Mangel an verfügbaren Wirtschaftsflächen entgegen zu wirken, ist sowohl die Entwicklung der im Flächennutzungsplan dargestellten Potenzialflächen als auch für den langfristigen Bedarf die Neuausweisung von gewerblichen Bauflächen erforderlich. Durch die gewachsenen Strukturen des Nebeneinander von Wohnen, Arbeiten und Erholung wird zukünftig die Darstellung neuer Industrieflächen erschwert. Im Rahmen dieses Masterplanes Wirtschaftsflächen werden folgende Entwicklungen vorgeschlagen:
- die Bebauungspläne für die Flächen Buddenacker und Groppenbruch in ihrer jeweiligen Gesamtgröße gemäß FNP aufzustellen,
- planungsrechtlich das Areal Osterschleppweg einschl. des Bereiches Asseln Süd als gewerbliche Bauflächen zu entwickeln. Hierzu ist eine Änderung des Regional- und Flächennutzungsplans erforderlich. Der FNP stellt für diesen Bereich überwiegend Flächen für Landwirtschaft und Grün dar.
- die Planverfahren der Flächen Werner Hellweg und Burgholzstraße weiter zu betreiben und die Erschließung vorzubereiten sowie die Entwicklung des Güterbahnhofes Westfaliastraße zu begleiten,
- regionale Initiativen wie die Beteiligung an der newPark Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH wahrzunehmen und
- das Engagement an interkommunalen Projekten zu intensivieren.
 
 
Städtischer Pressedienst, 01.06.2010 Wenn Sie diesen Text übernehmen möchten...
Kontakt: Pascal Ledune, Tel. 0231/ 50 - 2 92 00
 
 

 

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