Stadt
leitet Gewerbeuntersagungsverfahren gegen Envio ein
Die Stadt Dortmund hat heute,
02. Juli 2010, ein Gewerbeuntersagungsverfahren nach Gewerbeordnung gegen
die Envio Germany Geschäftsführungs GmbH und deren Geschäftsführung
eingeleitet. Beide haben nun bis zum 20. Juli 2010 Gelegenheit, sich zu
den Vorhaltungen zu äußern.
Die Stadtverwaltung begründet
diesen Schritt mit den aktuell bekannt gewordenen PCB-Kontaminationen des
Betriebsgeländes und der Hallen auf dem Betriebsgelände, der
Betriebsgelände in unmittelbarer Nachbarschaft des Unternehmens sowie
vor allem den alarmierenden PCB-Werten im Blut der Beschäftigten des
Unternehmens. Das sei nur durch kontinuierliche, grobe Verstöße
gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung der Anlage und eine nicht
zu tolerierende Missachtung von Sicherheitsvorkehrungen zu erklären.
Weiter wird auf eine erst
jüngst bekannt gewordene gutachterliche Stellungnahme der Terra Umwelt
Consulting GmbH vom 25.04.2007 Bezug genommen, die von der ABB Grundbesitz
GmbH als Vermieterin in Auftrag gegeben worden war. Danach mussten schon
damals erhebliche PCB-Belastungen durch aufwändige Sanierungs- und
Entsorgungsmaßnahmen beseitigt werden, ohne dass die Untere Bodenschutzbehörde
einbezogen worden wäre. Zudem hätten die Feststellungen der Terra
bei Envio offenkundig nicht zu einer nachhaltigen Veränderung im Umgang
mit dem toxischen PCB geführt.
Aufgrund all dieser Tatsachen
geht die Stadtverwaltung davon aus, dass sowohl die GmbH als auch deren
Geschäftsführung nicht über die notwendige gewerberechtliche
Zuverlässigkeit für das Recycling PCB-haltiger Geräte, die
PCB-Dekontamination und die PCB-Entsorgung verfügen. Die beabsichtigte
Gewerbeuntersagung wird sich zum einen gegen die GmbH richten und sich
darüber hinaus auf die Tätigkeit der Geschäftsführung
in leitenden Positionen bei entsprechenden Betrieben erstrecken.
Kontakt: Udo
Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 47
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