Bericht
der Bauaufsicht für 2009: Trotz Wirtschaftskrise mehr Baugenehmigungen,
mehr Wohnungsbau und höhere Gebühreneinnahmen
Die Bauaufsicht der Stadt
Dortmund kann eine unerwartet positive Bilanz des vergangenen Jahres ziehen.
„Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise haben wir 2009 mehr Baugenehmigungen
erteilt, mehr Wohnungs- und Gewerbebauvorhaben bearbeitet und höhere
Gebühreneinnahmen erzielt als 2008“, fasste Planungsdezernent Ullrich
Sierau jetzt die Zahlen des jüngsten Arbeitsberichtes zusammen. „Dortmund
hat sich unter schwierigsten Rahmenbedingungen auch hinsichtlich dieser
wichtigen Kennzahlen als überaus robuster (Wirtschafts-) Standort
erwiesen“.
Die 60 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Bauaufsicht bearbeiteten im Jahr 2009 insgesamt 4691 Vorgänge.
Bei gut der Hälfte (exakt 2363) handelte es sich um sogenannte echte
„Bauvorhaben“, also Investitionen in Neu-, Um- und Erweiterungsbauten.
Unter dem Strich fehlten nur sieben Bauvorhaben an der Zahl des Vorjahres.
Den größten Batzen
unter den „echten“ Bauvorhaben machten 863 Ein- und Zweifamilienhäuser
im sogenannten „vereinfachten Verfahren“ aus. Dazu kamen 204 Neu- und Anbauten
von Mehrfamilienhäusern, 406 kleine gewerbliche Vorhaben, 242 Vorhaben
mit vollem bauordnungsrechtlichen Prüfungsumfang (größere
Geschäftshäuser und gewerbliche Vorhaben), 464 sonstige Vorhaben
wie Garagen und Carports, 93 Abbrüche und 91 sogenannte „Freistellungsverfahren“.
Besonderes erfreulich ist
im Vergleich zum Vorjahr vor allem die leichte Antragszunahme im Bereich
der Ein- und Zweifamilienhäuser (von 811 auf 863) und im Bereich der
Mehrfamilienhäuser (von 139 auf 204) zu bewerten. Zusammen mit den
Freistellungsverfahren verzeichnete die Bauaufsicht damit im vergangenen
Jahr insgesamt 1.158 Wohnungsbauvorhaben – 102 oder knapp zehn Prozent
mehr als im Vorjahr.
Eine vergleichbare Tendenz
war bei den gewerblichen Bauvorhaben festzustellen. Einen leichten Zuwachs
gab es sowohl bei den kleinen gewerblichen Vorhaben (406 statt 371) als
auch bei den Vorhaben mit vollem Prüfungsumfang (242 statt 221).
Schließlich gaben die
Baugenehmigungen gleich doppelten Anlass zur Freude: 2009 wurden 2026 Baugenehmigungen
erteilt - 62 oder drei Prozent mehr als im Vorjahr. Und das in Rekordzeit
von durchschnittlich 64 Werktagen – eine deutliche Steigerung gegenüber
den Vorjahren (2007 = 74 Werktage). Zum hohen Tempo trug vor allem die
Einführung der elektronischen Bauantragskonferenz im Jahre 2008 bei.
Seitdem werden die Stellungnahmen der am Baugenehmigungsverfahren beteiligten
Dienststellen und Behörden nicht mehr per (Haus-)post, sondern auf
elektronischem Wege eingeholt. Mit durchschnittlich 47 Tagen sogar noch
deutlich schneller ging es im Gewerbebau. Unter anderem dafür war
Dortmund bereits vor einiger Zeit bundesweit als erster Stadt das Gütesiegel
„Mittelstandsfreundliche Kommunalverwaltung“ verliehen worden.
Neben den genannten Bauvorhaben
waren 2009 noch 2328 sonstige Vorgänge zu bearbeiten. Dazu zählten
vor allem Werbeanlagen, Abgeschlossenheitsbescheinigungen, Gefahrenangelegenheiten,
Bauvoranfragen, Teilungsgenehmigungen und planungsrechtliche Anfragen.
Dass es in diesem Bereich teilweise zu Rückgängen kam, ist ausnahmsweise
sogar erfreulich: So nahmen die Gefahrenangelegenheiten von 341 Fällen
im Vorjahr auf 286 Fälle in 2009 ab. Die Bauaufsicht musste folglich
seltener als Ordnungsbehörde einschreiten.
Entgegen aller Erwartung
sind auch die Gebührenerträge im Jahre 2009 höher als im
Vorjahr ausgefallen. Die Bauaufsicht nahm insgesamt 4.426.000 Euro ein.
Das bedeutete eine Steigerung von beachtlichen zehn Prozent gegenüber
dem Jahr 2008.
Dieser Zuwachs ist sowohl
auf die stabilen Antragszahlen als auch auf einige Großprojekte zurückzuführen.
So wurden allein durch die zehn größten Bauvorhaben im Jahre
2009 1,7 Millionen Euro an Gebühren erzielt. Zuallererst ist die ECE-Einkaufsgalerie
auf dem Thier-Gelände zu nennen, die zur Zeit größte Privatinvestition
in Europa. Zu den „Top 10“ des Jahres 2009 gehören aber auch die Errichtung
des zentralen OP- und Funktionszentrums am Klinikum oder der Neubau eines
Hellweg-Baumarktes an der Borussiastraße. Die Bedeutung Dortmunds
als einer der führenden Logistikstandorte in Deutschland belegen die
Logistikzentren von TEDi, Kaufland und IKEA. Während das Eurolager
2 von IKEA in Ellinghausen und die Erweiterung des Logistikzentrums von
Kaufland an der Feineisenstraße bereits fertig gestellt sind, befindet
sich die Europazentrale von TEDi zur Zeit noch im Bau.
Kontakt: Udo
Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 47
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