Verwaltungsvorstand
schreibt Ziele für das Jahr 2010 fest:
Stadt
wird Handlungsspielraum professionell nutzen
Der Verwaltungsvorstand hat
sich in seiner gestrigen Klausurtagung auf die Ziele des Verwaltungshandelns
für das Jahr 2010 verständigt und die Vorbereitungen für
die Einbringung des Haushaltsplanentwurfs 2010 voran gebracht. Oberbürgermeister
Ullrich Sierau stellte danach fest: „Die Stadt ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen
auch weiterhin handlungsfähig. Der Gestaltungsspielraum wird professionell
genutzt, um Dortmund im Sinne der hier lebenden Menschen und der hier ansässigen
Unternehmen weiter zu entwickeln.“ Die finanzielle Situation, die nicht
hausgemacht, sondern durch strukturelle Unterfinanzierung und Verletzung
des Konnexitätsprinzips seitens des Bundes und des Landes verursacht
sei, stelle sich deutlich besser dar als in anderen Großstädten
in NRW. Auch wenn bei der Stadt selbst in den nächsten Jahren kräftig
gespart werden müsse, sei erkennbar, dass in Dortmund auch weiter
auf hohem Niveau investiert und gebaut werde, mit positiven Auswirkungen
auch auf den Arbeitsmarkt. Dafür garantierten z.B. das Konjunkturpaket
II und zahlreiche private Investoren u.a. auf dem früheren Thier-Gelände,
rund um das Dortmunder U oder auf der Westfalenhütte.
Prozess zur Neuorientierung
der Verwaltung geht weiter
Der Prozess zur Neuorientierung
der Verwaltung, der in den vergangenen Wochen angelaufen ist, soll nach
dem einvernehmlichen Votum der Verwaltungsspitze auch während der
Zeit konsequent fortgeführt werden, in der die Position des Oberbürgermeisters
wegen der Wiederholungswahl vakant ist. Das transparente, beteiligungsorientierte
Verfahren wird konsequent fortgeführt. Die sechs vorgesehenen Arbeitsgruppen
haben ihre Arbeit aufgenommen oder werden dies kurzfristig tun und regelmäßig
an den Verwaltungsvorstand berichten:
· Dialog-Begleitgruppe
(Leitung: Thomas Böhm, Wohnungsamt)
· Leitbildentwicklung
(Leitung: Dr. Ulrich Potthoff, Dortmund-Agentur)
· Organisationsprozesse
Grün u.a. (Leitung: Uwe Linke, Personalamt)
· Flächenmanagement
(Leitung: Sabine Steckelbach, Liegenschaftsamt)
· Haushalt
2010 (Leitung: Gerd Mehlgarten, Stadtkämmerei, arbeitet bereits).
· Personalagentur
(Leitung: Klaus wiener, derzeit ARGE).
· Die
Gesamtkoordination wird bei Herbert Farys im Amt des Oberbürgermeisters
und des Rates angesiedelt sein.
Folgende Aufgaben werden
im Jahr 2010 Schwerpunkte des Verwaltungshandelns in den Fachbereichen
sein:
· Dezernat
1: Reorganisation des Amtes für den Oberbürgermeister und
den Rat der Stadt Dortmund, Schaffung und organisatorische Einbindung neuer
Stabsstellen für Migration/ Integration, Bürgerinitiativen sowie
Schwule und Lesben, Optimierung der Außendarstellung der Stadt Dortmund
national wie international, Einrichtung eines Jugendforums.
· Dezernat
2: Einwirkung auf eine Reform der Kommunalfinanzierung, Organisation
der Haushaltskonsolidierung, Optimierung des Flächenmanagements, Erhöhung
des Entwicklungspotenzials städtischer Liegenschaften, Fortschreibung
des Brandschutzbedarfsplanes.
· Dezernat
3: Verstärkung und Vernetzung der Integrationsarbeit mit Einbau
einer Wirksamkeitskontrolle, Vorbereitung Zensus 2011 und Durchführung
einer umfassenden Wanderungsmotivuntersuchung nach innen und außen,
Aufstockung der Odnungspartnerschaften, Aktionsprogramm Nordstadt, Einführung
der Front- und Backoffice-Strukturen in allen Bezirksverwaltungsstellen,
Zentralisierung des Standesamtes, Entwicklung der zukünftigen dezentralen
Aufgabenwahrnehmung, Neuaufstellung des Landschaftsplanes.
· Dezernat
4: Kulturhauptstadt Ruhr.2010 mit Bezug und Eröffnung des Dortmunder
U sowie 90 Kulturprojekten in Dortmund, Weiterverfolgung des Projektes
„Music-City“ mit Schwerpunkt Brückstraßenviertel, Wiederbesetzung
der Opernintendanz, Start des Ballettzentrums am Westfalenpark, Beteiligung
an der Neuordnung der Grünbereiche, Weiterentwicklung der Zooinfrastruktur,
Fortsetzung des Sporthallenbaus.
· Dezernat
5: Neuorganisation des Sozialamtes, Umorientierung der Büros für
Soziale Arbeit auf ein Lebenslagenmodell mit einheitlichem Ansprechpartner,
Aufbau von Pflegestützpunkten, Überarbeitung aller Pandemiepläne
zur Optimierung der Bekämpfung von Infektionskrankheiten, Stärkung
der Kindergesundheit, Neuorganisation der ARGE nach bundesgesetzlicher
Entscheidung, Einwirkung auf die Wohn- und Lebenssituation in sozial schwierigen
Quartieren.
· Dezernat
6: Weitere Entwicklung der Westfalenhütte mit privaten Partnern,
Fortsetzung Umbau Boulevard Kampstraße, städtebauliche und soziale
Weiterentwicklung rund um das Dortmunder U und die Rheinische Straße
sowie im Hörder Zentrum, Fortsetzung des Neubau- und Sanierungsprogramms
in den Bereichen Kindertageseinrichtungen, Schulen, Feuerwachen und Verwaltungsinfrastruktur,
Baubeginn letzter Abschnitt NSIX bis zur B1, Fortsetzung Ausbau Gardenkamp/Vogelpothsweg,
Umbau Bahnhof Mengede, Fortsetzung der Maßnahmen nach Konjunkturprogramm
II, Weiterentwicklung des Geodatenmanagements.
· Dezernat
7: Ausbau der Ganztagsbetreuung an Gymnasien und Realschulen, Anpassung
der schulischen Infrastruktur an die Schülerzahlentwicklung, Optimierung
der Angebote zum Übergang von der Schule zur Arbeitswelt, Weiterentwicklung
von schulischen Netzwerken, Ausbau außerschulischer Lernorte und
Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit, Ausbau der Betreuungsplätze
für Kinder (auch unter drei Jahren) mit Schwerpunkt in der Nordstadt,
Ausbau flexibler Öffnungszeiten in den KITAS, Entwicklung eines hochwertigen
Verpflegungssystems, Weiterentwicklung der Jugendförderung mit den
Schwerpunkten Integrationsarbeit, Bekämpfung von Rechtsextremismus
und Medienschutz.
· Wirtschaftsförderung
Dortmund: Stabilisierung des Beschäftigungsniveaus auf ganzjährig
durchschnittlich mehr als 200.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte,
Sicherung eines qualitativ und quantitativ ausreichenden Gewerbe- und Industrieflächenangebotes,
Stärkung der Produktionswirtschaft, Weiterentwicklung der Kreativwirtschaft,
Ausbau des Technologiestandortes insbesondere durch die Arbeitsschwerpunkte
Effizienz und Innovationstransfer, Etablierung des RUHR.Visitorcenter (RVC)
am Dortmunder U.
Bund und CDU-regierte
Länder sorgen für weitere Haushaltsrisiken
Über dieses Thema hinaus
nahm die Vorbereitung des Haushaltsplanentwurfes für das laufende
Jahr breiten Raum in der insgesamt gut achtstündigen Diskussion ein.
Ein weiteres Mal stand dabei
auch die Neuorganisation der Aufgabenwahrnehmung im Bereich SGBII und die
Absenkung der Bundesbeteiligung bei den Kosten für Unterkunft und
Heizung auf der Tagesordnung. Beides sind fremdgesteuerte Risiken für
die Haushaltsplanung, die einmal mehr von der Kommunen aufzufangen sind.
Nachdem sich die Bundesregierung
und die CDU-geführten Länder verständigt haben, ist nun
endgültig klar, dass es in Sachen SGBII zurück geht zu einer
getrennten Aufgabenwahrnehmung. Das Ziel von Stadt und örtlicher Arbeitsagentur
lautet jetzt, bewährte Kooperationsstrukturen dennoch weiter zu führen.
Daran wird jetzt gearbeitet. Ein erhebliches Problem wird die personelle
Ausstattung der Arbeitsagentur sein, denn derzeit arbeiten fast 400 städtische
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den gemeinsamen Strukturen, deutlich
mehr als für die Wahrnehmung der städtischen Aufgaben in Zukunft
benötigt werden.
An den Kosten für Unterkunft
und Heizung wird sich der Bund in 2010 nur noch mit 23 Prozent beteiligen.
Das bedeutet für die Stadt Dortmund einen finanziellen Ausfall von
rund drei Millionen Euro gegenüber 2009 und 4,2 Millionen Euro seit
dem Start der Finanzierungs-Neuregelung, als der Bundeszuschuss noch bei
29,1 Prozent gelegen hatte.
Einen Zwischenbericht gab
Sozialdezernent Siegfried Pogadl zum Stand der Umstellung des Sozialtickets.
Danach sind um Weihnachten herum alle Bezieher angeschrieben und über
die neuen Rahmenbedingungen informiert worden. Bisher liegen 4.000 Kündigungen,
500 Umstiege und 50 neue Abonnements vor. Die notwendigen Verträge
mit DSW21 sind in Arbeit; die Aufforderung an den VRR, eine verbandseinheitliche
Regelung zu forcieren, ist auf den Weg gebracht.
Was den Terminplan angeht,
so ist nun vorgesehen, die endgültige Fassung des Haushaltsplanentwurfes
2010 im Verwaltungsvorstand am 16. Februar zu verabschieden. Sofern der
Rat der Stadt vor dem Hintergrund seines Wiederholungswahlbeschlusses dann
noch handlungsfähig ist (wie angesichts angekündigter Klagen
zu erwarten ist), könnte die Einbringung am 25. März und die
Beschlussfassung am 17. Juni 2010 erfolgen.
Kontakt: Udo
Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 74
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