Ab
Mai laden drei Etagen zum Besuch ein:
Richtfest
am Dortmunder U leitet Endspurt beim Umbau ein
Noch rund 15 Wochen bleiben Architekten,
Ingenieuren und Handwerkern, um dem Dortmunder U den Eröffnungsanzug
anzulegen. Mit dem Richtfest, das heute am Fuße des ehemaligen Kellereihochhauses
der Dortmunder Union-Brauerei gefeiert wurde, ist für die umfangreichen
Sanierungs- und Umbauarbeiten jetzt der Endspurt eingeleitet. Bürgermeisterin
Birgit Jörder, die unter den rund 500 Gästen auch NRW-Ministerpräsident
Dr. Jürgen Rüttgers begrüßen konnte, unterstrich in
ihrem Redebeitrag die Bedeutung des Dortmunder U für unsere Stadt:
„Über das Kulturhauptstadtjahr
hinaus wird der neue U-Turm als weithin sichtbares Symbol für den
erfolgreichen Strukturwandel in Dortmund eine Strahlkraft für heutige
und zukünftige Generationen entfalten. Die dauerhafte Nutzung durch
das Museum Ostwall, quasi als Abschluss der Dortmunder Museumsmeile, und
die Ansiedlung der Dortmunder Kreativwirtschaft garantieren einen nachhaltigen
Entwicklungsschub für ganz Dortmund. Besonders davon profitiert das
Quartier Westentor und Rheinische Straße.“
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident
hob in seiner Festansprache noch einmal die „neuartige Verbindung von Wissenschaft,
Kunst, Bildung und Wirtschaft im U-Turm“ hervor, die EU und Land veranlasst
habe, das Projekt finanziell zu fördern. „Diese Verzahnung macht das
Dortmunder U im Bereich der kreativen Ökonomie zu einem Aushängeschild
für ganz NRW und zu einem einzigartigen Innovationszentrum in Europa.“
Mit seinem multifunktionalen Nutzungskonzept und der außergewöhnlichen
architektonischen Bearbeitung dieses industriellen Zweckbaus sei das Dortmunder
U, so Dr. Rüttgers weiter, zudem eines der herausragenden Projekte
der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010.
Die erste Begegnung der Öffentlichkeit
mit dem Dortmunder U ist für den 9. Mai geplant, den Beginn der „Local
Hero“-Woche im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Ab Ende Mai
sind Adolf Winkelmanns bewegte Bilder an der Außenfassade sowie zwei
weitere Installationen des renommierten Dortmunder Film-Künstlers
im Foyer des Gebäudes und in der so genannten ‚Kunstvertikalen’ zu
erleben. In der 1. bis 3. Etage des ehemaligen Kellereihochhauses werden
verschiedene Ausstellungen präsentiert. Zu sehen ist unter anderem
die Schau „Agents & Provocateurs“, die im Rahmen des landesweiten Festivals
„scene:ungarn in NRW - 40. Internationale Kulturtage der Stadt Dortmund“
stattfindet. Ab Mai finden bereits zahlreiche
Veranstaltungen statt – ab dem Sommer teilweise auch auf den neu gestalteten
Plätzen im Umfeld des U-Turms.
Zug um Zug werden dann die weiteren
Etagen frei gegeben: Im August eröffnet die Kathedrale in der 7. Etage
mit der Gastronomie. In den Etagen 4 und 5 lädt das Museum Ostwall
ab Ende September unter der Leitidee „Das Museum als Kraftwerk“ zu einem
Rundgang durch die Neupräsentation seiner Sammlung ein. Und die 6.
Etage, die Wechselausstellungen vorbehalten ist, eröffnet offiziell
Anfang Oktober mit der Schau „Die Bewegung der Bilder“, einer Kooperation
des Museum Ostwall mit dem Centre Pompidou in Paris.
Die gesamte Zeitplanung ist nur einzuhalten,
wenn die neuerliche Frostperiode nicht längerfristig anhält.
Bauarbeiten begannen im
Januar 2008 mit der Dach- und Fachsanierung
Mit der Dach- und Fachsanierung
zur Sicherung der Gebäudesubstanz wurde genau vor zwei Jahren, Ende
Januar 2008, begonnen. Etwa zur selben Zeit liefen die Planungen für
den Umbau des Gebäudes an. Im November 2008 ging der Förderbescheid
des Landes NRW bei der Stadt Dortmund ein. Das erfreuliche Ergebnis: Die
Kosten für die Sanierung und Umnutzung des denkmalgeschützten
U-Turms in Höhe von 46,3 Millionen Euro werden zu 50 Prozent von der
EU, zu 20 Prozent vom Land NRW und zu 30 Prozent von der Stadt Dortmund
finanziert. Kurz darauf, im Januar 2009, wurden die ersten baulichen Maßnahmen
zur Sanierung und Umnutzung des Gebäudes in Angriff genommen.
Um die umfangreiche und komplexe
Baumaßnahme (37 Gewerke) innerhalb der sehr knappen Bauzeit realisieren
zu können, war von Anfang an eine sehr enge Abstimmung zwischen dem
Projektsteuerer Assmann Beraten+Planen (Dortmund), dem Team um Architekt
Prof. Eckhard Gerber (Dortmund), zahlreichen Fachingenieuren und den beteiligten
Fachbereichen der Stadt Dortmund unabdingbar. Derzeit sind auf der Baustelle
täglich etwa 100 Handwerker beschäftigt. Wenn demnächst
mehr Gewerke gleichzeitig bearbeitet werden, wird diese Zahl bis auf rund
200 ansteigen.
Das erste sichtbare Zeichen
für die Sanierung des Turms wurde bereits Ende 2008 gesetzt: Das elf
Meter hohe U-Signet erstrahlte nach seiner Restaurierung erstmals in frischem
Glanz – auch dank der neuen Beschichtung aus 450 Gramm Blattgold.
Eine besondere Herausforderung
für die Bauleute ist die Herstellung der sogenannten ‚Vertikalen’
im Inneren des U. Mit dem Durchbruch sämtlicher Decken wird ein 45
Meter hoher Raum geschaffen, der den Blick vom Erdgeschoss bis in die sogenannte
‚Kathedrale’ in der sich verjüngenden Spitze des Turmes frei gibt.
In diesen Raum werden die Fahrtreppen zur inneren Erschließung eingebaut.
Für die ‚Vertikale’,
den Oberlichtsaal in der 6. Etage, die ‚Kathedrale’ in der 7. Eta-ge sowie
die nach außen vorstehenden Lichtöffnungen in der Außenfassade
wurden rund 500 Tonnen Stahl verbaut, eine außergewöhnlich große
Menge für einen Altbau. Ein weiterer Schwerpunkt der Bauarbeiten lag
auf der Betonsanierung, die eine Fläche von 15.000 Quadratmetern betraf.
Der (ohne das U) 56 Meter
hohe Turm war viele Jahre Kellereihochhaus der Dortmunder Union-Brauerei.
Die DUB, wie sie von den Dortmundern kurz und knapp genannt wurde, war
Anfang des 20. Jahrhunderts eine der größten Dortmunder Brauereien
und beschäftigte um 1920 über 600 Mitarbeiter. Der U-Turm wurde
1926/27 nach Plänen von Emil Moog errichtet. Das namensgebende Signet
aus der Feder von Architekt Ernst Neufert wurde entgegen mancher Annahme
erst 1968 auf dem Turm installiert.
2004 wurden die Brauereigebäude
nach Verlagerung der Produktion fast vollständig abgerissen. Seit
2007 befinden sich der Turm und die rund fünf Hektar große Brauereifläche
samt neuem Bürogebäude im Eigentum der Stadt. Im Umfeld des Turms
wurde 2008/2009 die Verkehrsführung völlig neu geordnet. Durch
die Verschwenkung der Brinkhoffstraße auf den Wall wurde auch eine
neue Platzsituation geschaffen, die demnächst nach den Entwürfen
des Büros Herrmanns, Landschaftsarchitekten, Niederkrüchten,
neu gestaltet wird und die Innenstadt mit dem Viertel um den U-Turm verbindet.
Derzeit errichten die Essener Investoren Kölbl & Kruse zwischen
dem U-Turm und der Rheinischen Straße ein Bürogebäude mit
einer Bruttogeschossfläche von 25.000 Quadratmetern. Weitere Investitionen
auf dem Areal sind vorgesehen, unter anderem die Errichtung von zwei Berufskollegs.
Kontakt: Udo
Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 47
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