Info-Nr.: 157, Ressort "Stadtentwicklung - Hoch- und Tiefbau - Verkehr"
   
Ab Mai laden drei Etagen zum Besuch ein: 
Richtfest am Dortmunder U leitet Endspurt beim Umbau ein 
 

Noch rund 15 Wochen bleiben Architekten, Ingenieuren und Handwerkern, um dem Dortmunder U den Eröffnungsanzug anzulegen. Mit dem Richtfest, das heute am Fuße des ehemaligen Kellereihochhauses der Dortmunder Union-Brauerei gefeiert wurde, ist für die umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten jetzt der Endspurt eingeleitet. Bürgermeisterin Birgit Jörder, die unter den rund 500 Gästen auch NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers begrüßen konnte, unterstrich in ihrem Redebeitrag die Bedeutung des Dortmunder U für unsere Stadt: „Über das Kulturhauptstadtjahr hinaus wird der neue U-Turm als weithin sichtbares Symbol für den erfolgreichen Strukturwandel in Dortmund eine Strahlkraft für heutige und zukünftige Generationen entfalten. Die dauerhafte Nutzung durch das Museum Ostwall, quasi als Abschluss der Dortmunder Museumsmeile, und die Ansiedlung der Dortmunder Kreativwirtschaft garantieren einen nachhaltigen Entwicklungsschub für ganz Dortmund. Besonders davon profitiert das Quartier Westentor und Rheinische Straße.“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident hob in seiner Festansprache noch einmal die „neuartige Verbindung von Wissenschaft, Kunst, Bildung und Wirtschaft im U-Turm“ hervor, die EU und Land veranlasst habe, das Projekt finanziell zu fördern. „Diese Verzahnung macht das Dortmunder U im Bereich der kreativen Ökonomie zu einem Aushängeschild für ganz NRW und zu einem einzigartigen Innovationszentrum in Europa.“ Mit seinem multifunktionalen Nutzungskonzept und der außergewöhnlichen architektonischen Bearbeitung dieses industriellen Zweckbaus sei das Dortmunder U, so Dr. Rüttgers weiter, zudem eines der herausragenden Projekte der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010. 

Die erste Begegnung der Öffentlichkeit mit dem Dortmunder U ist für den 9. Mai geplant, den Beginn der „Local Hero“-Woche im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Ab Ende Mai sind Adolf Winkelmanns bewegte Bilder an der Außenfassade sowie zwei weitere Installationen des renommierten Dortmunder Film-Künstlers im Foyer des Gebäudes und in der so genannten ‚Kunstvertikalen’ zu erleben. In der 1. bis 3. Etage des ehemaligen Kellereihochhauses werden verschiedene Ausstellungen präsentiert. Zu sehen ist unter anderem die Schau „Agents & Provocateurs“, die im Rahmen des landesweiten Festivals „scene:ungarn in NRW - 40. Internationale Kulturtage der Stadt Dortmund“ stattfindet. Ab Mai finden bereits zahlreiche Veranstaltungen statt – ab dem Sommer teilweise auch auf den neu gestalteten Plätzen im Umfeld des U-Turms. 

Zug um Zug werden dann die weiteren Etagen frei gegeben: Im August eröffnet die Kathedrale in der 7. Etage mit der Gastronomie. In den Etagen 4 und 5 lädt das Museum Ostwall ab Ende September unter der Leitidee „Das Museum als Kraftwerk“ zu einem Rundgang durch die Neupräsentation seiner Sammlung ein. Und die 6. Etage, die Wechselausstellungen vorbehalten ist, eröffnet offiziell Anfang Oktober mit der Schau „Die Bewegung der Bilder“, einer Kooperation des Museum Ostwall mit dem Centre Pompidou in Paris. 

Die gesamte Zeitplanung ist nur einzuhalten, wenn die neuerliche Frostperiode nicht längerfristig anhält. 

Bauarbeiten begannen im Januar 2008 mit der Dach- und Fachsanierung

Mit der Dach- und Fachsanierung zur Sicherung der Gebäudesubstanz wurde genau vor zwei Jahren, Ende Januar 2008, begonnen. Etwa zur selben Zeit liefen die Planungen für den Umbau des Gebäudes an. Im November 2008 ging der Förderbescheid des Landes NRW bei der Stadt Dortmund ein. Das erfreuliche Ergebnis: Die Kosten für die Sanierung und Umnutzung des denkmalgeschützten U-Turms in Höhe von 46,3 Millionen Euro werden zu 50 Prozent von der EU, zu 20 Prozent vom Land NRW und zu 30 Prozent von der Stadt Dortmund finanziert. Kurz darauf, im Januar 2009, wurden die ersten baulichen Maßnahmen zur Sanierung und Umnutzung des Gebäudes in Angriff genommen. 

Um die umfangreiche und komplexe Baumaßnahme (37 Gewerke) innerhalb der sehr knappen Bauzeit realisieren zu können, war von Anfang an eine sehr enge Abstimmung zwischen dem Projektsteuerer Assmann Beraten+Planen (Dortmund), dem Team um Architekt Prof. Eckhard Gerber (Dortmund), zahlreichen Fachingenieuren und den beteiligten Fachbereichen der Stadt Dortmund unabdingbar. Derzeit sind auf der Baustelle täglich etwa 100 Handwerker beschäftigt. Wenn demnächst mehr Gewerke gleichzeitig bearbeitet werden, wird diese Zahl bis auf rund 200 ansteigen. 

Das erste sichtbare Zeichen für die Sanierung des Turms wurde bereits Ende 2008 gesetzt: Das elf Meter hohe U-Signet erstrahlte nach seiner Restaurierung erstmals in frischem Glanz – auch dank der neuen Beschichtung aus 450 Gramm Blattgold. 

Eine besondere Herausforderung für die Bauleute ist die Herstellung der sogenannten ‚Vertikalen’ im Inneren des U. Mit dem Durchbruch sämtlicher Decken wird ein 45 Meter hoher Raum geschaffen, der den Blick vom Erdgeschoss bis in die sogenannte ‚Kathedrale’ in der sich verjüngenden Spitze des Turmes frei gibt. In diesen Raum werden die Fahrtreppen zur inneren Erschließung eingebaut. 

Für die ‚Vertikale’, den Oberlichtsaal in der 6. Etage, die ‚Kathedrale’ in der 7. Eta-ge sowie die nach außen vorstehenden Lichtöffnungen in der Außenfassade wurden rund 500 Tonnen Stahl verbaut, eine außergewöhnlich große Menge für einen Altbau. Ein weiterer Schwerpunkt der Bauarbeiten lag auf der Betonsanierung, die eine Fläche von 15.000 Quadratmetern betraf. 

Der (ohne das U) 56 Meter hohe Turm war viele Jahre Kellereihochhaus der Dortmunder Union-Brauerei. Die DUB, wie sie von den Dortmundern kurz und knapp genannt wurde, war Anfang des 20. Jahrhunderts eine der größten Dortmunder Brauereien und beschäftigte um 1920 über 600 Mitarbeiter. Der U-Turm wurde 1926/27 nach Plänen von Emil Moog errichtet. Das namensgebende Signet aus der Feder von Architekt Ernst Neufert wurde entgegen mancher Annahme erst 1968 auf dem Turm installiert. 

2004 wurden die Brauereigebäude nach Verlagerung der Produktion fast vollständig abgerissen. Seit 2007 befinden sich der Turm und die rund fünf Hektar große Brauereifläche samt neuem Bürogebäude im Eigentum der Stadt. Im Umfeld des Turms wurde 2008/2009 die Verkehrsführung völlig neu geordnet. Durch die Verschwenkung der Brinkhoffstraße auf den Wall wurde auch eine neue Platzsituation geschaffen, die demnächst nach den Entwürfen des Büros Herrmanns, Landschaftsarchitekten, Niederkrüchten, neu gestaltet wird und die Innenstadt mit dem Viertel um den U-Turm verbindet. Derzeit errichten die Essener Investoren Kölbl & Kruse zwischen dem U-Turm und der Rheinischen Straße ein Bürogebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 25.000 Quadratmetern. Weitere Investitionen auf dem Areal sind vorgesehen, unter anderem die Errichtung von zwei Berufskollegs. 
 
 
Städtischer Pressedienst, 27.01.2010 Wenn Sie diesen Text übernehmen möchten...
Kontakt: Udo Bullerdieck, Tel. 0231/ 50 - 2 53 47
 
 

 

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270110 PM Richtfest U.doc
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